Von mangelnder Mutterschaftsversorgung bei Schwarzen Frauen bis zu höheren COVID-19-Infektions- und Sterberaten: Rassenunterschiede in der Gesundheitsversorgung sind allgegenwärtig. Im Brustkrebsmonat Oktober ehren viele Überlebende und fordern Fortschritte. Doch die gravierenden Disparitäten zwischen Schwarzen und Weißen bei Diagnose und Therapie dürfen nicht ignoriert werden.
Rassenunterschiede in der Brustkrebs-Behandlung
Eine Studie in Advances in Experimental Medicine and Biology zeigt: Neue Brustkrebsfälle treten bei Schwarzen und Weißen Frauen ähnlich häufig auf, doch Schwarze werden jünger diagnostiziert. Früherkennung verspricht mildere Therapien. Dennoch sterben Schwarze Frauen in jedem Alter häufiger an Brustkrebs, wie die Studie betont.
Der Grund: Obwohl Brustkrebs Schwarze früher trifft, erfolgt die Diagnose oft in fortgeschrittenen Stadien. Dorraya El-Ashry, Ph.D., Chief Scientific Officer der Breast Cancer Research Foundation (BCRF), erklärt: Diese Fälle werden meist spät erkannt.
Schwarze Frauen haben zudem ein höheres Risiko für den aggressiven triple-negativen Brustkrebs. „Wir beobachten diese Typen häufiger bei jungen Schwarzen Frauen, und es fehlen zielgerichtete Therapien“, sagt Melissa Boneta Davis, Ph.D., wissenschaftliche Direktorin am International Center for the Study of Breast Cancer Subtypes.
Diese Faktoren erklären die 40 % höhere Sterberate bei Schwarzen im Vergleich zu Weißen Frauen. Systemischer Rassismus und ungleicher Zugang zur Versorgung für People of Color verschärfen das Problem.
Die Rolle von Rassismus bei den Ungleichheiten
Systemischer Rassismus wirkt mehrfach, so Davis gegenüber mbg: „Zugang zu Screening – entscheidend für das Überleben – ist für viele Afroamerikaner unerschwinglich, besonders bei intervallwachsenden Spätstadientumoren.“
Zudem marginalisiert Rassismus Minderheitenfrauen und erschwert gleichwertige Behandlung. Viele Schwarze meiden Ärzte wegen wahrgenommener Voreingenommenheit, wie Dr. Eudene Harry, Expertin für integrative Medizin, zuvor gegenüber mbg ausführte.
Bei genetischen Risikofaktoren fehlt Repräsentation nicht-weißer Patienten: „Genanalysen basieren meist auf europäischen Populationen“, sagt Davis. Ohne Diversität sind zielgerichtete Therapien kaum möglich.
Was muss getan werden, um Lücken zu schließen?
Mehrschichtige Ansätze sind gefragt. „Forschung ist essenziell, um Krebs zu verstehen und Diagnose, Prognose, Therapie sowie Prävention für Schwarze zu verbessern“, betont El-Ashry.
Diversifizierung der Studienpools ist zentral: „Wir suchen risikorelevante Allele für Afroamerikaner und afrikanischstämmige Frauen – spezifische Varianten müssen in Modelle einfließen“, erklärt Davis.
Öffentliche Initiativen und Freiwilligenbeteiligung an genetischen Studien fördern Repräsentation. Organisationen wie SHARE (New York), Sisters Network, TOUCH Black Breast Cancer Alliance und BCRF unterstützen gezielt Farbgemeinschaften.