Was verraten Ihre Träume wirklich über Ihre innere Welt?
Seit Pandemiebeginn melden viele Menschen intensivere Träume. Aktuelle Forschung zeigt: Aus Traummustern lassen sich wertvolle Einblicke in die geistige Gesundheit gewinnen.
Eine frisch in Dreaming publizierte Studie offenbart: Menschen mit den markantesten Veränderungen im Traumleben tragen die höchste Pandemiebelastung. Der Umfang negativerer Träume oder besserer Erinnerbarkeit kann ein zuverlässiger Hinweis auf den psychischen Zustand sein.
Was Ihre Träume über die geistige Gesundheit aussagen
Im Mai 2020 befragten Experten 3.031 US-Erwachsene zu Traummustern und persönlichen COVID-Auswirkungen. Rund ein Drittel berichtete von gesteigerter Traumerinnerung, 15 % von mehr negativen Träumen.
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Besonders auffällig: Die stärksten Traumveränderungen – wie mehr aufwühlende oder erinnerte Träume – trafen auf die am härtesten Betroffenen zu.
„Menschen mit negativsten Traumveränderungen leiden oft körperlich (Infektion bei sich oder Nahestehenden), sozial (durch Lockdowns) oder mental (Depressionen, Angst)“, erläutern die Traumforscher Michael Schredl, Ph.D., und Kelly Bulkeley, Ph.D. „Traumveränderungen helfen, Starkbelastete zu identifizieren.“
Zusammengefasst: Je intensiver oder negativer die Träume, desto wahrscheinlicher ringt die Person mit COVID-Folgen wie Einsamkeit, Krankheit oder Jobverlust.
„Diese Ergebnisse untermauern, dass Träume Risikogruppen für psychische Probleme während der Pandemie aufzeigen können“, fassen die Autoren zusammen.
Träume praktisch nutzen
Die Pandemie hat eine große psychische Gesundheitskrise ausgelöst. Achten Sie auf innere Signale und emotionales Wohlbefinden.
Träume können Warnsignale sein. Bei Ihnen oder Nahestehenden mehr Albträume? Prüfen Sie den Gesamtzustand.
Forscher empfehlen Träume als Tool: „Das Sprechen über Träume hält komplexe Emotionen fest, die sonst schwer greifbar sind“, heißt es. „Beschreibungen externalisieren Ängste und ermöglichen reflektierte Bewältigung.“
Diese Reflexion wirkt kathartisch. Starten Sie ein Traumtagebuch, teilen Sie mit Vertrauten oder suchen Sie professionelle Hilfe bei anhaltendem Stress.