Verspieltheit assoziiert man oft mit der Kindheit, doch dieses Persönlichkeitsmerkmal bringt Erwachsenen nachweisbare Vorteile. Verspielte Menschen verwandeln Alltagslangeweile in spannende Momente und berichten laut einer neuen Studie von einem höheren allgemeinen Wohlbefinden als weniger verspielte Personen. Sind Ernsthaftere daher demotiviert? Nicht zwingend.
Laut einer Studie in der Fachzeitschrift Applied Psychology: Health and Well-Being lassen sich spielerische Eigenschaften durch einfache Übungen trainieren.
So untersuchten Psychologen den Link zwischen Verspieltheit und Wohlbefinden
Forscher der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) verteilten 533 Erwachsene zufällig auf drei Interventionsgruppen und eine Kontrollgruppe. Jede Interventionsgruppe absolvierte abends vor dem Schlafengehen eine dieser Übungen:
- Schreiben Sie drei spielerische Dinge auf, die Sie heute gemacht haben.
- Schreiben Sie über eine Erfahrung, in der Sie spielerisch auf eine unerwartete oder neue Weise reagiert haben.
- Reflektieren Sie umfassend über spielerisches Verhalten, das Sie heute bei sich beobachtet haben.
„Diese Methoden basieren auf bewährten Interventionen der positiven Psychologie“, erklärt Studienleiter Kay Brauer in einer Universitätsmitteilung. Die Kontrollgruppe erhielt eine neutrale Aufgabe ohne Effekt auf die Verspieltheit.
Teilnehmer füllten vorab sowie nach Woche 1, 2, 4 und 12 Fragebögen zu Persönlichkeit und Wohlbefinden aus. „Wir erwarteten, dass die Übungen die Aufmerksamkeit auf Verspieltheit lenken, sie häufiger einsetzen und positive Emotionen fördern – was das Wohlbefinden steigert“, so Brauer.
Die Ergebnisse bestätigten dies: Interventionsgruppen nahmen spielerischer teil und verbesserten ihr Wohlbefinden signifikant.
Spielerischer werden: So geht's und warum es lohnt
Integrieren Sie eine dieser Tagebuch-Übungen in Ihre Abendroutine, um Verspieltheit zu kultivieren. Tagebuchführung mindert zudem Stress und stärkt die psychische Gesundheit.
Neben besserem Wohlbefinden fördert Verspieltheit Zufriedenheit in Partnerschaften und Innovation am Arbeitsplatz. „Verspielte Menschen meiden Langeweile instinktiv und machen aus Routine unterhaltsame Erlebnisse“, betont Psychologe René Proyer, Ph.D.