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Neue Studie aus Salzburg und Luxemburg: Warum negative Emotionen den Appetit bei emotionalen Essern steigern

Es gibt einen guten Grund, warum wir von Komfortessen sprechen. In Momenten von Unbehagen, Angst oder anderen negativen Emotionen greifen viele intuitiv zu ihren Lieblingsleckereien, um sich zu beruhigen. Eine aktuelle Studie der Universität Salzburg und der Universität Luxemburg liefert nun eine biologische Erklärung dafür, warum emotionale Esser besonders anfällig für Überessen sind. Hier die zentralen Erkenntnisse.

Das Design der Studie

Für die Untersuchung luden die Forscher 80 Frauen im Alter von 16 bis 50 Jahren ein. Sie betrachteten Bilder von Lebensmitteln sowie neutrale Bilder nach Diskussionen, die entweder negative oder neutrale Emotionen auslösten. Die Teilnehmerinnen wurden in zwei Gruppen unterteilt: emotionale Esserinnen und restriktive Esserinnen, die nicht emotional essen.

Die Wissenschaftler analysierten den Zusammenhang zwischen Emotionen, Appetitreaktionen und Essgewohnheiten. Dazu nutzten sie selbstberichtete Angaben, Gesichtsausdrücke und Gehirnaktivität der Probandinnen bei der Betrachtung der Bilder.

Die Ergebnisse im Überblick

Die Daten zeigten: Emotionale Esserinnen reagierten mit einem deutlich stärkeren Appetit auf negative Emotionen. Sie runzelten auch seltener die Stirn, wenn sie in diesem Zustand Lebensmittelbilder sahen. Bei restriktiven Esserinnen blieb der Appetit unabhängig von der emotionalen Lage stabil. Negative Gefühle triggern also bei emotionalen Essern eine intensivere Hungerreaktion.

Diese Befunde legen nahe, dass Achtsamkeit und andere Emotionsregulationsstrategien helfen könnten, die Gesundheitsrisiken des emotionalen Überessens zu mindern.

„Selbst bei einem gesunden BMI kann emotionales Überessen problematisch sein“, betont Co-Autorin Rebekka Schnepper. Nach Angaben der American Psychological Association essen bis zu 34 % der Erwachsenen emotional – bei Überhandnahme ein Risikofaktor für Binge-Eating und Bulimie.

Hilfe für Betroffene: Emotionen regulieren statt essen

„Strategien zur Emotionsregulation, die unabhängig vom Essen auskommen, sind vielversprechend, um das Essverhalten zu verbessern“, erklärt Schnepper.

Für alle, die mit emotionalem Essen kämpfen, ist das leichter gesagt als getan. Doch wie bei vielen Gesundheitsfragen hilft ein innerer Wandel. Hier sind 11 mögliche Ursachen für negative Emotionen plus Alternativen zum Essen, um sie zu bewältigen.

Zusammenfassend: Es ist völlig in Ordnung, ab und zu das Lieblingsessen zu genießen. Wer jedoch Essen regelmäßig als Bewältigungsstrategie nutzt, sollte neue Praktiken wie Achtsamkeit oder Tagebuchführung in Betracht ziehen, um gesündere Gewohnheiten zu etablieren.