Wir verbringen viel zu viel Zeit sitzend. Eine Studie aus dem Jahr 2008 schätzt, dass US-Amerikaner täglich durchschnittlich fast acht Stunden sitzen.
Um negative Effekte eines sitzenden Lebensstils wie Herzkrankheiten abzumildern, setzen viele auf Stehpulte oder stündliche Runden im Büro. Eine neue Studie der University of Southern California (USC) beleuchtet jedoch überzeugendere Alternativen für Ruhephasen.
Forschungsergebnisse zeigen: Hocken und Knien sind vorteilhafte Ruhepositionen, die unser Wohlbefinden fördern. Hier die zentralen Erkenntnisse.
Unterricht bei den Hadza in Tansania
Um die Evolution sesshaften Verhaltens zu verstehen, beobachteten die Forscher die Hadza, tansanische Jäger und Sammler mit einem traditionellen Lebensstil, der westlichen Gewohnheiten kontrastiert.
Mithilfe von Geräten zur Messung von Aktivität und Ruhe ergab sich: Die Hadza erreichen ein dreimal höheres Aktivitätsniveau als die US-Richtlinie von 22 Minuten pro Tag. Dennoch verbringen sie 9 bis 10 Stunden in Inaktivität – ähnlich wie in Industrieländern –, weisen aber ein deutlich geringeres Risiko für chronische Krankheiten auf. Der Grund?
Es liegt an Ruhepositionen wie Hocken oder Knien, die Muskelaktivität fordern.
Aktive Ruhe statt passives Sitzen
Spezielle Sensoren maßen die Muskelaktivität in den Beinen: Hocken und Knien aktivieren mehr Muskeln als Stuhlsitzen. Kombiniert mit höherer Grundaktivität erklärt dies das reduzierte Krankheitsrisiko.
„Obwohl es lange Inaktivitäts-Phasen gab, ruhen die Hadza in Haltungen, die leichte Muskelaktivität erfordern“, erklärt Professor David Raichlen, Ph.D. „Stubenhocker- oder Bürostuhlsitzen beansprucht weniger Muskeln. Leichte Aktivität verbraucht Energie – oft Fett. Hock- und Kniehaltungen sind daher weniger schädlich als Stuhlsitzen.“
Die Forscher wünschen sich mehr „ausdauernde aktive Ruhepositionen“. Vollständiges Hocken am Schreibtisch mag unrealistisch sein, doch mehr Zeit in balancierenden Haltungen ist ein guter Start.
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