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Das fünfte Vitalzeichen: Reisegeschichte als Schlüssel zur Eindämmung von COVID-19

Reiseverbote schützen nicht immer vor Infektionskrankheiten, doch ein Kommentar in der Annals of Internal Medicine betont: Das Gespräch über die Reisegeschichte könnte eine schützende Wirkung entfalten.

Forscher des Southwestern Medical Center der University of Texas plädieren in einem neuen Bericht für eine Ergänzung der Patientenuntersuchung: Ärzte sollten routinemäßig nach der Reisegeschichte fragen. Dieses 'fünfte Vitalzeichen' – neben Temperatur, Puls, Atmung und Blutdruck – könnte die Früherkennung von Infektionskrankheiten wie COVID-19 verbessern und Ausbrüche eindämmen.

Die CDC rät derzeit vom Reisen in Risikogebiete ab, darunter China, Iran, Italien und betroffene US-Städte. Ein Aufenthalt dort birgt hohe Infektionsgefahr. Da Symptome von COVID-19 denen der Grippe ähneln, könnte eine fehlende Reisegeschichte zu Fehldiagnosen führen.

Wie kamen die Experten zu dieser Empfehlung?

Die Autoren analysierten vergangene Ausbrüche wie SARS, MERS und Ebola. Die Reisegeschichte erwies sich als entscheidend für schnelle und präzise Diagnosen globaler Infektionen.

Ein markantes Beispiel aus 2014: Ein Patient aus Liberia suchte in Dallas wegen Fieber, Bauchschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen auf – Symptome, die sich als Ebola entpuppten. Hätte man die Reisegeschichte abgefragt, wäre eine frühere Erkennung möglich gewesen.

Wie gefährlich ist COVID-19?

Sandra Kesh, M.D., Infektionsspezialistin, schätzt den Schweregrad ähnlich wie bei Influenza ein, doch COVID-19 scheint deutlich ansteckender. Innerhalb von sechs Wochen überstieg die Infektionszahl die von SARS und MERS.

Ohne spezifische Therapie hilft zusätzliches Screening, Risiken früh zu erkennen und wirksame Maßnahmen einzuleiten.

Planen Sie eine Reise? Nehmen Sie geeignete Vorsichtsmaßnahmen, um sich und andere zu schützen.