Laut dem National Institute of Mental Health leiden über 31 % der US-Bevölkerung irgendwann im Leben an einer Angststörung. Während genetische Faktoren eine Rolle spielen, können auch Lebensstilfaktoren wie die Ernährung Auslöser sein. Neue Forschung der University of Toronto deutet darauf hin, dass zu wenig Obst und Gemüse ein signifikanter Risikofaktor ist.
Eine Studie im International Journal of Environmental Research and Public Health zeigt: Bei Menschen mit täglich weniger als drei Portionen Obst und Gemüse war die Wahrscheinlichkeit einer Angststörung um 24 % höher.
Wie beeinflusst Ernährung die Angst?
Forscher der University of Toronto evaluierten Daten der Canadian Longitudinal Study on Aging mit 26.991 Teilnehmern im Alter von 45 bis 85 Jahren. Sie untersuchten Lebensstilfaktoren wie Geschlecht, Familienstand, Einkommen, Einwandererstatus und andere Gesundheitsaspekte – mit Fokus auf die tägliche Ernährung.
Frauen mit westlicher Ernährung – reich an raffiniertem Getreide, zuckerhaltigen Produkten und Verarbeitetem – litten signifikant häufiger an Angststörungen als jene mit ausgewogener Kost aus Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch und Vollkorn. Diese nähert sich der mediterranen Diät an, deren Vorteile wissenschaftlich gut belegt sind. Besonders der hohe Anteil an Obst und Gemüse zeigte den stärksten Effekt.
„Für diejenigen, die täglich weniger als drei Portionen Obst und Gemüse konsumierten, war die Wahrscheinlichkeit einer Angststörung um mindestens 24 % höher“, erklärt die Hauptautorin Karen Davison, Ph.D., MSc, R.D.
Warum wirkt sich Ernährung auf Angst aus?
Nach Davison hängt dies mit der Körperzusammensetzung zusammen: „Erhöhtes Körperfett fördert Entzündungen, die mit Angststörungen assoziiert sind.“ Co-Autor Jose Mora-Almanza ergänzt: „Bei über 36 % Körperfettanteil stieg das Angst-Risiko um mehr als 70 %.“
Das US-Landwirtschaftsministerium empfiehlt Erwachsenen 1,5 bis 2 Tassen Obst und 2 bis 3 Tassen Gemüse täglich – doch nur jeder Zehnte hält sich daran.
Eine ausgewogene Ernährung könnte die hohen Angst-Raten senken, die weltweit ein Zehntel der Bevölkerung betreffen. „Umfassende Ansätze, die Ernährung einbeziehen, minimieren die Belastung bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters“, betont Davison.
Mehr Obst und Gemüse fördert zudem gesundes Altern, verzögert Alzheimer und lindert Menopause-Symptome.