Haben Sie nach dem Essen von Junkfood öfter noch mehr Lust auf Naschen verspürt? Auf intuitiver Ebene wissen viele, dass ultra-verarbeitete Lebensmittel weniger sättigend wirken als unverarbeitete, nährstoffreiche Alternativen. Eine neue Studie, veröffentlicht in Cell Metabolism, liefert hierfür nun wissenschaftliche Belege.
In dieser zweiwöchigen Untersuchung der National Institutes of Health (NIH) wurden 20 gesunde Erwachsene in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt ultra-verarbeitete Mahlzeiten und Snacks wie Muffins, Weißbrot, zuckerhaltigen Joghurt und Diätgetränke. Die andere aß unverarbeitete Kost: frisches Obst und Gemüse, Eier, gegrilltes Hähnchen, Fisch, Rindfleisch, Vollkornprodukte sowie Nüsse und Samen. (Hier finden Sie die detaillierte Auflistung aller Menüpunkte.)
Beide Diäten waren kalorien-, zucker-, natrium- und ballaststoffmäßig identisch. Die Teilnehmer durften unbegrenzt essen, während Gewicht und Vitalparameter engmaschig überwacht wurden.
Ergebnis: Die Verarbeitete-Gruppe nahm täglich im Schnitt 500 Kalorien mehr zu sich – vor allem aus Kohlenhydraten und Fetten (häufiger zu Frühstück und Mittag). Innerhalb von zwei Wochen gewannen sie an Gewicht, während die Unverarbeitete-Gruppe abnahm.
"Die Reduktion ultra-verarbeiteter Lebensmittel könnte eine effektive Strategie zur Prävention und Behandlung von Adipositas sein", schlussfolgert die Studie.
Dies überrascht niemanden, der nach einem Schlemmwochenende die Waage scheut. Bemerkenswert: Es handelt sich um die erste randomisierte, kontrollierte Studie, die einen kausalen Zusammenhang zwischen ultra-verarbeiteten Lebensmitteln und Gewichtszunahme nachweist.
"Bisher fehlte es an kausalen Beweisen für den Zusammenhang mit Adipositas. Keine Studie hatte zuvor die schädlichen Effekte hoher Mengen oder die Vorteile einer Reduktion gezeigt", betont die Publikation. Die New York Times berichtet von geplanten Folgestudien zur Klärung der Mechanismen.
Ultra-verarbeitete Produkte mit viel Zucker, Fett und Salz sind günstiger (der unverarbeitete Speiseplan kostete 42 % mehr) und allgegenwärtig. Kein Wunder, dass sie einen Großteil der Kalorien in den USA ausmachen und Übergewicht begünstigen.
Trotz der kleinen Stichprobe hoffen die Forscher, dass diese Erkenntnisse natürliche Lebensmittel für alle zugänglicher machen.