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Gehirngesunde Ernährung: Abnehmen und kognitive Leistungsfähigkeit steigern

Wir hören oft, dass bestimmte Lebensmittel die Leistungsfähigkeit boosten, Energie spenden, den Schlaf verbessern oder beim Abnehmen helfen. Doch wie steht es mit der Schärfung der Konzentration und dem Schutz unseres Gehirns im Alterungsprozess?

Laut Dr. Lisa Mosconi, Neurowissenschaftlerin, Ernährungswissenschaftlerin und Autorin von „Brain Food: The Surprising Science of Eating for Cognitive Power“, sowie Gründerin von Nutrition & Brain Fitness am Lab der New York University, kann eine gezielte Ernährung Ihre Kognition nachhaltig verbessern.

„Was lange übersehen wurde: Das Gehirn ist das Organ, das am empfindlichsten auf eine ungesunde Ernährung reagiert“, erklärt sie. „Von der Architektur bis zur Leistung – alles im Gehirn braucht die richtigen Nährstoffe.“

Die enge Verbindung zwischen Ernährung und Gehirn

Wenn wir essen, zerlegt der Körper die Nährstoffe und transportiert sie – inklusive zum Gehirn. Dort dienen sie der Energieaufladung, Aktivierung von Zellreaktionen und Erneuerung des Gehirngewebes, so Dr. Mosconi.

Proteine aus Fleisch und Fisch werden zu Aminosäuren abgebaut, dem Baustein von Gehirnzellen. Gemüse, Obst und Vollkorn liefern Glukose als Energiespender. Gesunde Fette zerfallen in Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die das Immunsystem stärken und das Gehirn vor Schäden schützen, betont die Expertin.

Bei Gehirnscans von Menschen mit typisch westlicher Ernährung – reich an Fast Food, verarbeitetem Fleisch, Milchprodukten, raffiniertem Zucker und Limonaden – zeigen sich oft Anzeichen von Hirnatrophie, also neuronalem Verlust.

Das Gehirn schrumpft dadurch, was das Risiko für Gehirnnebel bis hin zu Demenz massiv erhöht.

„Solche Erkenntnisse haben Experten weltweit dazu gebracht, Ernährung als Schlüssel zu geistiger Gesundheit anzusehen – genauso wie für den Körper“, sagt Dr. Mosconi.

Was Sie wählen sollten

Auch nach Jahren einer westlichen Ernährung reagiert Ihr Gehirn positiv auf Veränderungen. Starten Sie mit einer Wasserflasche, rät Dr. Mosconi.

Schon eine Reduktion der Flüssigkeitsaufnahme um 3–4 % beeinträchtigt den Gehirnflüssigkeitshaushalt sofort – mit Folgen wie Müdigkeit, Gehirnnebel, Energiemangel, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen. Das Gehirn besteht zu 80 % aus Wasser; Zellen brauchen ein ausgewogenes Wasser-Elektrolyt-Verhältnis.

Nächster Schritt: Gesunde Fette, vor allem Omega-3-Fettsäuren aus Nüssen, Samen und fettem Fisch wie Lachs. Sie wirken entzündungshemmend, im Gegensatz zu entzündungsfördernden Omega-6-Fetten in Speck oder Rapsöl.

Für Proteine empfiehlt sie tryptophanreiche Lebensmittel – diese essentielle Aminosäure ist Voraussetzung für Serotoninproduktion, das Schlaf, Appetit und Stimmung reguliert. (Truthahn ist übrigens arm daran.) Optionen: Chiasamen, Weizen, Hafer, Spirulina, Sesam- und Kürbiskerne. Dazu organischer, ungesüßter Joghurt.

Nicht überraschend: Obst und Gemüse als Superhelden mit Antioxidantien, Mineralien, Vitaminen und entzündungshemmenden Stoffen, die Ihr Gehirn schützen.

„Das sind keine Alltagslebensmittel, sondern Superfoods für jedes Alter“, betont Dr. Mosconi.

Gewichtsverlust für schärferes Denken

Der Umstieg auf gehirngesunde Ernährung fördert Abnehmen und klares Denken – ein Gewinn für Geist und Körper.

Fettleibigkeit schadet dem Gehirn wie der Taille, warnt Dr. Rocco Monto, Autor von „The Fountain: A Doctor’s Prescription to Make 60 the new 30“. Übergewicht kann Insulinresistenz auslösen, die Entzündungen – inklusive im Gehirn – begünstigt und zu Demenz oder Alzheimer führen kann.

„Fettleibigkeit kann Ihr Gehirn ‚braten‘“, formuliert er pointiert. Fokus auf Gemüse und entzündungshemmende Lebensmittel minimiert diese Risiken.

Was dem Gehirn guttut, stärkt auch den Körper: Gesunde Fette, hochwertiges Protein, Obst und Gemüse halten Geist scharf und Leib fit.