Haben Sie sich schon einmal niedergeschlagen gefühlt, sich aber dennoch zum Training aufgezwungen und danach eine deutliche Stimmungsaufhellung erlebt? Das ist kein Zufall: Wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung die Stimmung nachhaltig verbessert und aktive Menschen glücklicher sind als Inaktive.
Warum Krafttraining besonders hilft
Eine aktuelle Meta-Analyse, veröffentlicht im Juni in JAMA Psychiatry, fasst 33 klinische Studien zusammen und zeigt: Krafttraining reduziert depressive Symptome signifikant – unabhängig von Trainingsvolumen, Kraftzuwächsen oder der allgemeinen Gesundheit der Betroffenen.
Die genauen Mechanismen erfordern weitere Forschung, doch mögliche Erklärungen umfassen die Erwartung positiver Effekte nach dem Training, soziale Interaktionen im Studio, gesteigerte kognitive Kontrolle sowie Veränderungen in hirnbezogenen Systemen, die Depressionen begünstigen. „Das unterstreicht der Hauptautor Brett Gordon, promovierender Forscher am Department of Physical Education and Sport Sciences der University of Limerick in Irland.
Diese Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die Widerstandstraining bei schweren Depressionen als besonders effektiv hervorheben.
Gewichte als ergänzende Therapie
Dr. David Puder, Psychiater und Moderator des Podcasts „Psychiatry & Psychotherapy“, integriert Krafttraining regelmäßig in Behandlungspläne. „Es bietet einen zusätzlichen Vorteil zu meiner therapeutischen Arbeit“, erklärt er. In seiner Praxis beobachtet er, wie Gewichtheben Energie, Konzentration, Interesse und Freude steigert, während Schuldgefühle, Angst, Hoffnungslosigkeit, Apathie und Suizidgedanken abnehmen. Manche Patienten berichten von besserem Appetit und der Möglichkeit, Medikamente zu reduzieren.
„Schweres Heben reguliert den Körper selbst“, betont Puder. „Unser Körper ist für Bewegung und das Tragen schwerer Lasten gemacht – es bringt uns in Einklang mit natürlichen Bewegungsabläufen.“
Widerstandstraining ist kein Allheilmittel und erfordert kein festes Protokoll. Puder rät, einen Trainer zu konsultieren, um Grundübungen wie Kniebeugen, Bankdrücken, Kreuzheben und Schulterdrücken korrekt zu lernen. „Ob es bei Ihnen wirkt, zeigt sich meist in den ersten Monaten.“
Trotzdem ersetzt Heben keine professionelle Therapie. Bei Depressionen Therapeuten oder Psychiater aufsuchen und Krafttraining ergänzen, empfiehlt Puder. Finden Sie Hilfe bei Psychology Today oder Good Therapy.