Die Idee, dass Zeit in der Natur Stress abbaut, ist weit verbreitet. Doch welche Umgebungen sind am effektivsten? Eine Studie mit 105 Teilnehmern verglich ein 1.200 Hektar großes Waldgebiet mit Wanderwegen, einen 33 Hektar großen Stadtpark und ein Indoor-Fitnesscenter. Gemessen wurden Cortisolspiegel für physiologischen Stress sowie subjektive Wahrnehmung von Sorgen, Anspannung und Freude.
Welche Natur wirkt am besten?

„Spielt die Menge an Natur eine Rolle bei der Stressreduktion?“, fragt Alan Ewert, PhD, Professor für Freizeit-, Park- und Tourismusstudien an der Indiana University und Hauptautor der im Mai in Behavioral Sciences veröffentlichten Studie.
Das Ergebnis: Besucher des Waldes – der „höchsten“ Naturstufe – zeigten die größte Cortisol-Reduktion. Beide Grünflächen waren effektiver als das Fitnesscenter. Zudem berichteten Waldgänger von der höchsten Freude, unabhängig von Sorgen oder Anspannung.

Wie reduziert Zeit im Freien Stress?
Zwei Theorien erklären dies: Die Attention Restoration Theory besagt, dass die Natur das Gehirn von Reizen wie Smartphones und Verkehr entlastet. Die Psycho-Evolutionstheorie betont unsere angeborene Verbindung zur Natur, da wir dort evolviert sind, so Ewert.
„Es ist wahrscheinlich eine Kombination beider. Menschen entwickeln individuelle Stressstrategien – für die einen ist Natur ideal, für andere das Fitnessstudio“, erklärt er.
Was für Sie passt, zählt. Diese Studie motiviert jedoch, mehr Zeit outdoors zu verbringen: „Nimm einen Park, keine Pille“, rät Ewert.
Dr. Nooshin Razani, Direktorin des Center for Nature and Health (CNH) am Children’s Hospital Oakland, empfiehlt mindestens dreimal wöchentlich oder täglich nach draußen zu gehen. CNH forscht klinisch zur Natur und Gesundheit.
„Mehr Parkbesuche korrelieren mit niedrigerem Cortisol und Stress“, sagt sie.
Das Fazit
Kein Park in der Nähe? Kein Problem. „Jede Natur zählt – sei es der lokale Spielplatz. Wichtig ist Regelmäßigkeit“, betont Razani. Für Kinder: täglich eine Stunde draußen, Familien dreimal wöchentlich zusammen. Ergänzend: Gelegentliche Ausflüge in „wildere“ Natur wie Wälder.