Mehr als jeder zehnte Amerikaner nimmt Antidepressiva ein – doch Studien zeigen, dass diese Medikamente Symptome wie Traurigkeit, Verlust des Interesses an Aktivitäten, Appetitstörungen, Konzentrationsprobleme und Schlafstörungen oft nicht lindern können.
"Während aktuelle Behandlungen bei manchen Patienten wirken, werden dringend neue Therapieoptionen und Präventionsstrategien benötigt", erklärt Dr. Maximus Berger, PhD, Forschungsstipendiat für psychische Gesundheit an der University of Melbourne. "Eine der größten Herausforderungen ist die Identifikation modifizierbarer Risikofaktoren, die durch Verhaltensänderungen und Anpassungen der Umgebung beeinflusst werden können."
LEBENSMITTEL
Eine gezielte Ernährungsumstellung könnte der Schlüssel sein. Zahlreiche Studien belegen, dass die Wahl der richtigen Lebensmittel – und das Vermeiden ungesunder – eine entscheidende Rolle bei der Prävention und Behandlung von Depressionen spielt.
"Hier kommt gesunder Menschenverstand zum Tragen", betont Whitney Linsenmeyer, PhD, RD, Professorin an der Saint Louis University und Sprecherin der Academy of Nutrition and Dietetics. "Ernährung wirkt sich auf die psychische Gesundheit aus und umgekehrt. Mit hochwertigem 'Treibstoff' für den Körper können Gehirn und Organismus optimal arbeiten."
Laut einer Studie im American Journal of Clinical Nutrition ging eine Ernährung reich an Vollkornprodukten, Fisch, Obst und Gemüse mit einem geringeren Depressionsrisiko einher.
Es wird vermutet, dass nährstoffreiche Kost gute Darmbakterien fördert, die positiv aufs Gehirn wirken. Gesunde Fette aus Olivenöl oder Avocados unterstützen die Produktion von Proteinen für neue Gehirnzellen, während stark verarbeitete Lebensmittel chronische Entzündungen begünstigen – ein bekannter Faktor bei Depressionen.
Dr. Berger leitete eine 2018-Studie, die höheren Fisch- und Meeresfrüchteverzehr sowie weniger Fast Food mit niedrigeren Depressionsraten verknüpfte. Er schreibt dies Omega-3-Fettsäuren zu: "Sie sind essenziell für Zellmembranen im Gehirn und modulieren oxidativen Stress sowie Entzündungen."
LEBENSMITTEL, DIE ZU VERMEIDEN SIND
Umgekehrt erhöht eine Ernährung mit vielen verarbeiteten Produkten, gesättigten Fetten und raffinierten Kohlenhydraten das Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen. Linsenmeyer hebt hervor, dass Depressionen die Motivation für gesundes Kochen mindern können – doch die positiven Effekte einer Umstellung sind nachweislich tiefgreifend.
Angesichts dieser Zusammenhänge lohnt sich eine Ernährungsumstellung zur Linderung depressiver Symptome.
Eine Studie in BMC Medicine zeigte: Wer auf Vollkorn, Obst, Gemüse, fettarme Milchprodukte, ungesalzene Nüsse, Fisch, mageres Fleisch, Huhn, Eier und Olivenöl setzte und Süßigkeiten, Frittiertes, Fast Food, verarbeitetes Fleisch, zuckerhaltige Getränke sowie Alkohol reduzierte, erlebte signifikante Symptomverbesserungen. 33 % der Teilnehmer berichteten von vollständiger Remission.
Bemerkenswert: Selbst bei typischer Müdigkeit und Antriebslosigkeit hielten die Betroffenen die Umstellung durch. Die Forscher schlussfolgern: "Diätetische Verbesserungen sind für Menschen mit klinischer Depression machbar."
DAS ERGEBNIS
Die Forschung zur Ernährung und Depressionen ist umfangreich, doch geben Sie Antidepressiva nicht eigenmächtig auf – sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt.
Linsenmeyer plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz mit Psychologen und Ernährungsberater: "Ernährung und Bewegung sind zentral für Gesundheit und Wohlbefinden. Ergänzt um Therapie und Medikamente, können sie Depressionen vorbeugen oder mildern."