Schlaf und Bewegung stehen in einer wechselseitig vorteilhaften Beziehung.
Regelmäßiger Sport verbessert beispielsweise Ihre Schlafqualität. „Wenn Sie zu irgendeinem Zeitpunkt des Tages trainieren, wird dies Ihren Schlaf merklich verbessern“, erklärt Keith Cushner, Mitbegründer von Tuck Sleep, einem renommierten Forschungsinstitut für Schlafgesundheit und -hygiene.
Forschungsergebnisse untermauern dies: Eine Übersichtsarbeit in Advances in Preventive Medicine (2017) zeigt, dass Schlaf und Bewegung sich gegenseitig positiv beeinflussen – auch wenn die genauen Mechanismen noch erforscht werden. Zudem steigern moderate Ausdauerübungen nach Angaben der Johns Hopkins Medicine die Dauer des tiefen, erholsamen Schlafs.
„Bewegung ist eine der Säulen des Wohlbefindens und bringt bei richtiger Umsetzung umfassende Vorteile, einschließlich besserer Schlafqualität“, betont Cushner.
Das Timing des Trainings kann jedoch entscheidend sein, da nicht jeder abendliches Workout ohne Auswirkungen auf den Schlaf verkraftet.
Wie späte Workouts das Einschlafen erschweren können
Sport zu kurz vor dem Zubettgehen kann das Einschlafen bei manchen Menschen behindern. Hochintensives Training erhöht die Körpertemperatur, beschleunigt den Puls und aktiviert das Nervensystem – Faktoren, die den Schlaf stören.
Ein Anstieg der Körpertemperatur signalisiert dem Körper Wachheit. Wer je in einer zu warmen Umgebung schlief, kennt das. Tatsächlich hängt ein Teil der Schlaflosigkeit mit gestörter Temperaturregulation zusammen, wie eine frühere Übersichtsarbeit belegt.
Laut Johns Hopkins Medicine sinkt die Körpertemperatur nach dem Training nach 30–90 Minuten ab – dieser Rückgang fördert Müdigkeit. Bei manchen dauert die Abkühlung länger.
Zudem löst intensiver Sport Endorphinausschüttung aus, die nach Johns Hopkins bei Sensiblen Wachheit verursachen kann.
Beeinträchtigt spätes Training immer den Schlaf?
Abendliches Workout führt nicht zwangsläufig zu Schlafstörungen. Eine Meta-Analyse in Sports Medicine (2018) fand keine negativen Effekte, empfiehlt aber nach intensivem Training mindestens eine Stunde Erholung.
Manche benötigen jedoch länger zur Entspannung und reagieren empfindlicher. Ob spätes Training stört, ist individuell – testen Sie es aus. Achten Sie darauf, wie Sie post-workout fühlen: Müdigkeit erlaubt abendliches Training; Energieboost spricht dagegen, rät Cushner.
Auch die Trainingsart zählt: Geringe Intensität wie Gehen, leichtes Joggen oder Yoga vor dem Schlafengehen gelingt oft problemlos. HIIT-Sessions besser tagsüber verlegen.
Das Fazit
Wenn Sie intensiv abends trainieren können, ohne Schlafprobleme, gönnen Sie sich danach mindestens eine Stunde Entspannung. Cushner rät zu bewährter Schlafhygiene: Keine Bildschirme, stattdessen warme Dusche, Lesen oder Dehnübungen – was Ihnen den Übergang ins Bett erleichtert.
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