Yoga, Meditation, Atemarbeit: Es gibt unzählige Wege, mit Stress und Angst umzugehen. Sophrologie, eine in Europa – insbesondere in Frankreich – hochgeschätzte Methode, die in Schulen, Unternehmen und Profisport eingesetzt wird, verbindet Elemente dieser Praktiken zu einem ganzheitlichen Ansatz.
EINE KLEINE GESCHICHTE
In den 1960er Jahren entwickelte der Neuropsychiater Alfonso Caycedo eine Therapie für Kriegsveteranen mit PTBS und Depressionen. Er fusionierte östliche und westliche Philosophien sowie Praktiken, um ein Programm zu schaffen, das belastende Emotionen löst und persönliches Wachstum fördert.
„Das Ziel ist es, neues Potenzial freizusetzen“, erklärt Dominique Antiglio, Autorin von „The Life-Changing Power of Sophrology“. „Sophrologie nutzt verschiedene Techniken, um Ihnen ein tieferes Bewusstsein für Körper und Geist zu vermitteln – für mehr Ruhe, Selbstvertrauen und innere Stärke.“
WIE ES FUNKTIONIERT
Eine typische Sitzung dauert 10–30 Minuten und umfasst sanfte, tai-chi-inspirierte Bewegungen, ergänzt durch Atemarbeit, Muskelentspannung, Visualisierung und Elemente der Hypnose.
Ein einfaches Beispiel: Schließen Sie die Augen, spannen Sie alle Muskeln an, halten Sie den Atem kurz und lassen Sie dann los. Spüren Sie, wie der Körper entspannt. Oder scannen Sie Ihren Körper nach Verspannungen, atmen Sie gezielt hinein und visualisieren Sie, wie der Druck sich auflöst.
Obwohl Sophrologie Ähnlichkeiten mit anderen Achtsamkeitsmethoden aufweist, hebt sie sich ab, betont Antiglio: „Wir lernen Präsenz wie im Yoga oder der Meditation, arbeiten aber auch an der Beziehung zu Vergangenheit und Zukunft. Es ist eine sichere Methode, Ihre Lebensgeschichte positiv zu reframen und Ziele harmonisch zu verfolgen.“
Sie können Sophrologie geführt üben oder allein mit Online-Aufnahmen und Büchern. Für spezifische Ziele oder Herausforderungen jenseits von Stress raten Experten wie Antiglio zu einem qualifizierten Sophrologen, der die Übungen personalisiert.
Viele wenden sie zur Stressreduktion und besseren Schlaf an. Wer tiefer eintauchen möchte, entdeckt 12 Stufen zur Selbstfindung. „Jede Ebene vertieft die Verbindung zu Körper, Geist und Leben“, beschreibt Antiglio. „Beginnen Sie mit dem Körperbewusstsein (Level 1), integrieren Sie den Geist (Level 2–3) und erkunden Sie Werte und Ziele (Level 4+). Es ist intuitiv, nicht analytisch – und flexibel: Selbst Level 1 bringt enorme Vorteile.“