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Essen für bessere Laune: Wie Ernährung Ihre Stimmung beeinflusst

Gesunde Ernährung ist bekannt dafür, das Energieniveau zu steigern, die sportliche Leistung zu verbessern, beim Abnehmen zu helfen und chronische Krankheiten vorzubeugen. Doch hier ist ein weiterer überzeugender Grund für nährstoffreiche Lebensmittel: Was Sie essen, kann Ihre Stimmung nachhaltig positiv beeinflussen.

Kein Wunder, dass 'Hangry' – hungrig und wütend zugleich – im Wörterbuch steht. Die Verbindung zwischen Essen und Emotionen rückt zunehmend in den Fokus der Wissenschaft, dank besserem Verständnis von Hormonen, Blutzucker und der Darm-Gehirn-Achse. Als Ernährungsexpertin Michelle Routhenstein, RD und Inhaberin der Beratungspraxis 'Vollkommen genährt', erklärt, werfen wir einen Blick darauf, wie bestimmte Lebensmittel Ihre emotionale Gesundheit stärken können.

Die Blutzucker-Verbindung

Der Schlüssel zur Stimmungsveränderung durch Ernährung liegt im Blutzuckerspiegel. Nach dem Essen zerlegt der Körper Nahrung und wandelt sie in Glukose um – den primären Brennstoff für Körper und Gehirn, so Routhenstein.

Zwei Hormone, Insulin und Glukagon, regulieren diesen Spiegel. Einfache Kohlenhydrate lassen ihn rasch ansteigen und abstürzen, was Müdigkeit, Reizbarkeit, Nervosität oder Angst auslöst. Mit zugesetztem Zucker wird der Effekt noch intensiver – ein Stück Kuchen allein, ohne Protein oder Ballaststoffe, macht schnell wieder hungrig.

Serotonin, Entzündung und schlechte Laune

Bestimmte Lebensmittel fördern zudem die Freisetzung von Serotonin, dem 'Wohlfühlhormon', das Zufriedenheit steigert. Studien zeigen nach Routhenstein: Wenig Omega-3-Fettsäuren hängen mit Depressionen, Feindseligkeit und Impulsivität zusammen – wahrscheinlich durch reduzierte Serotoninproduktion. Omega-3-reiche Lebensmittel wie Lachs, Walnüsse, Chiasamen und Leinsamen hingegen lindern Entzündungen und heben die Stimmung.

Chronische Entzündungen erhöhen das C-reaktive Protein, ein Marker für Depressionsrisiko, betont Routhenstein.

Vom Darm zum Gehirn

Die Darmbakterien spielen eine entscheidende Rolle. Harvard Medical School-Forscher belegen die bidirektionale Darm-Gehirn-Verbindung: Stress kann Übelkeit verursachen, aber ein entzündeter Darm signalisiert dem Gehirn und treibt Cortisol – das Stresshormon – in die Höhe.

Ein unausgeglichenes Mikrobiom fördert Nervosität, Schlafstörungen, Jähzorn und Risikoverhalten wie Rauchen oder Überessen.

Die richtigen Lebensmittel für gute Laune

Um emotionale und körperliche Gesundheit zu boosten: Setzen Sie auf vielfältige Gemüse, Obst und ballaststoffreiche Lebensmittel für eine gesunde Darmflora. Niedrige Diversität korreliert mit Insulinresistenz, Fettleibigkeit und Herzkrankheiten.

Präbiotika wie Zwiebeln, Knoblauch, Vollkorn, Bananen und Bohnen nähren nützliche Bakterien. Fermentierte Produkte wie Kimchi, Sauerkraut, Rüben-Kwas, Kombucha oder Essiggurken (ungapstuerisiert!) liefern lebende Kulturen.

Für mehr Serotonin: Folat-reiche Lebensmittel wie Spinat, Mangold, Spargel, Brokkoli, Kichererbsen und Linsen, die die Hormonfreisetzung ins Gehirn optimieren.

Achten Sie achtsam auf Essens-Stimmungs-Zusammenhänge, um Gewohnheiten gezielt anzupassen und Ihre Emotionen positiv zu lenken.