Sie wissen bereits, dass Zusatzstoffe wie Zucker, Konservierungsstoffe und künstliche Aromen die Gesundheit belasten. Hochverarbeitete Produkte werden mit Fettleibigkeit, metabolischem Syndrom, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorzeitigem Tod in Verbindung gebracht.
Ultra-verarbeitete Lebensmittel beeinträchtigen die Gehirngesundheit in jedem Alter
Neueste Studien zeigen: Produkte wie Müsli, Wurstwaren, Kekse oder Limonade schaden auch der kognitiven Funktion. Eine 2019 in Frontiers in Neuroendocrinology publizierte Untersuchung verbindet ungesunde Ernährung mit nachlassender Gehirnleistung und höherem Demenzrisiko.
"Diese Veränderungen beginnen bereits in der Kindheit", erklärt Nicolas Cherbuin, PhD, Leiter des Centre for Research on Ageing, Health and Wellbeing an der Australian National University. "Ein hoher Konsum ultra-verarbeiteter Lebensmittel lässt Körper und Gehirn schneller altern. Die Denkleistung nimmt rascher ab und frisst sich in die kognitive Reserve ein – wir werden anfälliger für Demenz durch anhaltende Gehirnveränderungen."
Nur 2 Gramm Transfette täglich – etwa die Hälfte in einem Twinkie – können nach BMJ-Daten das Demenzrisiko verdoppeln. Eine Studie analysierte ultra-verarbeitete Lebensmittel und deren Folgen für die Gesundheit, inklusive Gehirnveränderungen.
Forscher Bernard Srour, PhD, MPH, Ernährungsepidemiologe an der Université Paris 13, fand: Bei 10 % mehr Kalorien aus ultra-verarbeiteten Produkten steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-, Koronar- und Schlaganfallerkrankungen um 12 %. Zusatzstoffe könnten der Auslöser sein.
Die Rolle von Entzündungen
"Emulgatoren wie Carboxymethylcellulose und Polysorbat-80 in verarbeiteten Lebensmitteln fördern niedriggradige Entzündungen", betont Srour.
Entzündungen gelten als zentraler Faktor beim kognitiven Abbau. Forscher der Johns Hopkins University zeigten: Erhöhte Entzündungswerte in der Lebensmitte korrelieren mit Anomalien in der weißen Substanz des Gehirns, die Informationen transportiert – mit Folgen für Kognition und Demenzrisiko.
Cherbuin unterstreicht: Qualität und Menge der Nahrung zählen. Zu viel Junkfood führt zu Übergewicht, das Entzündungen schürt und Zellen schädigt. "Der 'Müll' im Körper und Gehirn häuft sich, was das Risiko für kognitiven Verfall steigert."
Das Fazit: Schützen Sie Ihr Gehirn
Eine nährstoffreiche Ernährung mit wenig ultra-verarbeiteten Produkten ist essenziell. Grünes Blattgemüse schützt: Eine 2017er-Studie ergab, dass 1,3 Portionen täglich (z. B. Grünkohl, Spinat) das Gehirn um durchschnittlich 11 Jahre verjüngen – im Vergleich zu nur 0,09 Portionen.
"Eine Ernährungsumstellung repariert Schaden nur begrenzt, stoppt ihn aber effektiv", rät Cherbuin.