Haben Sie seit der COVID-19-Pandemie ein angespanntes Verhältnis zum Essen? Sie sind damit nicht allein.
Es ist normal, unter Stress die Kalorien zu zählen oder das Essen bewusster zu genießen. Doch achten Sie auf warnende Signale wie Heißhungerattacken oder starke Kalorienreduktion. Als Ernährungsexperten und Psychologen mit jahrelanger Praxis wissen wir: Frühe Intervention verhindert langfristige Probleme.
Basierend auf Studien und Empfehlungen von Fachärzten und Psychotherapeuten erklären wir die pandemiebedingten Auswirkungen auf Ihre Ernährung – und wie Sie Ihr Gleichgewicht wiederfinden.
So kann COVID-19 Ihre Beziehung zum Essen belasten
Die Pandemie hat unser Leben tiefgreifend verändert, einschließlich unserer Essgewohnheiten. Eine April-2021-Studie mit 720 jungen Erwachsenen zeigt eine leichte Zunahme problematischer Verhaltensweisen, die unbehandelt zu Essstörungen führen können.
„Essstörungen hängen mit Faktoren wie Unsicherheit, Stress, Depressionen, Ernährungsunsicherheit, Finanzproblemen und Isolation zusammen – all das wurde durch die Pandemie verstärkt“, erklärt Melissa Simone, PhD, Postdoktorandin an der University of Minnesota Medical School und Project EAT.
Laut Studie kämpften 6 von 10 Befragten mit ungesunden Gewichtskontrollmethoden, 1 von 10 mit Heißhunger. Risikofaktoren: Schlechte Stressbewältigung, Depressionen und finanzielle Belastungen, betont Dr. Simone.
Mit Impfungen und sinkenden Fallzahlen kehrt eine neue Normalität ein. Bleiben problematische Muster? Hier sind fünf typische Veränderungen und Expertenstrategien zur Erholung:
Sie essen gedankenlos oder naschen unkontrolliert
Funden Sie sich mit leerer Chipstüte wieder, ohne den Genuss bewusst erlebt zu haben? „Gedankenloses Essen führt zu Überessen und Gewichtszunahme – und raubt die Freude am Essen“, warnt Dr. Katie Rickel, klinische Psychologin und CEO von Structure House, einer führenden Klinik für Gewichtsmanagement in Durham, North Carolina.
Lösung: Führen Sie ein paar Tage ein Ernährungstagebuch (z. B. mit MyFitnessPal). Lagern Sie Snacks hoch oben. Bei Hunger: Nährstoffreiche Optionen wie Avocado-Toast oder Haferflocken mit frischem Obst, rät Melissa Joy Dobbins, RD.
Sie essen insgesamt mehr
Stress und Homeoffice fördern Überessen. „Eine gesunde Essbeziehung basiert auf Hunger- und Sättigungssignalen“, erklärt Dr. Rickel. Ignorieren Sie diese, drohen Gewichtszunahme und Unzufriedenheit.
Lösung: Protokollieren Sie Mahlzeiten, üben Sie achtsames Essen. So hören Sie wieder auf Ihren Körper und genießen ohne Reue.
Sie essen weniger
Stress kann den Appetit drosseln. Passen Sie Kalorien an reduzierte Aktivität an, aber vermeiden Sie Unterversorgung. „Erstellen Sie einen Plan mit kleinen, häufigen Mahlzeiten: Vollkorn, Obst, Gemüse, magere Proteine und gesunde Fette“, empfiehlt Dobbins.
Bei finanziellen Engpässen: Nutzen Sie lokale Lebensmittelhilfen – oft gibt es gesunde Take-away-Optionen.
Sie nutzen Essen als Stressbewältigung
Comfort Food ist menschlich, doch als einziger Coping-Mechanismus schadet es durch Zucker, Fett und Salz. „Listen Sie Alternativen auf: Spaziergang, Meditation oder Hobbys“, rät Rickel. Probieren Sie diese zuerst – gesündere Gewohnheiten etablieren sich so.
Sie zeigen Symptome einer Essstörung
Unterbrochene Routinen und Gewichtsdebatten fördern Störungen. „Suchen Sie Hilfe wie bei jedem Gesundheitsproblem“, sagt Jillian Lampert, PhD, RD, Chief Strategy Officer bei The Emily Program, einem Spezialzentrum für Essstörungen in Wexford, Pennsylvania.
Reden Sie mit Vertrauten, nutzen Sie das Screening der National Eating Disorders Association, rufen Sie die Hotline (1-800-931-2237) oder SMS „NEDA“ an 741741.
Fazit: Neustart für gesunde Essgewohnheiten
COVID-19 hat Spuren hinterlassen, doch kleine Lebensstiländerungen helfen: Stoppen Sie Über- oder Unteressen, meistern Sie Stress gesund und sichern Sie Nährstoffe. Bei Bedarf: Hausarzt, Ernährungsberater oder Angehörige.
Machen Sie tägliche Fortschritte mit Mini-Zielen wie mehr Schritten oder Makro-Tracking. In der MyFitnessPal-App unter „Pläne“ finden Sie Coaching und motivierende Aufgaben.