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Als Regulatorik-Expertin: So werden Sie ein bewusster Beauty-Shopper

Bei der Diskussion um saubere Schönheit geht es letztlich um Regulierung – oder vielmehr deren Mangel. Die Bewegung für 'saubere' Beauty-Produkte entstand als Reaktion auf konventionelle Kosmetik. Eine Gruppe von Verbrauchern und Formulierern hielt die geltenden Standards für veraltet, da aktuelle Studien auf potenzielle Gesundheitsrisiken, hormonelle Störungen oder Umweltschäden durch gängige Inhaltsstoffe hindeuten.

Wie Anwältin Melanie Benesh von der Environmental Working Group in einer aktuellen Folge des Podcasts 'Clean Beauty School' erläutert, hat die FDA nur begrenzte Befugnisse über die Kosmetikbranche. Verbraucher müssen selbst recherchieren, was sie auf ihre Haut auftragen.

"Unser System basiert auf dem Federal Food, Drug, and Cosmetic Act von 1938 – einem umfangreichen Gesetz von über 800 Seiten, das mehrfach aktualisiert wurde. Bis auf den Kosmetik-Abschnitt, der nur anderthalb Seiten umfasst", erklärt sie.

Hier sind konkrete Schritte, die Sie unternehmen können.

Rufen Sie Ihre Abgeordneten an und engagieren Sie sich politisch

Es gibt viele dringende Themen wie Rassengerechtigkeit, Klimaschutz oder Gesundheitswesen. Dennoch lohnt es sich, für bessere Kosmetikregulierung einzutreten. Es gibt Initiativen auf Bundesebene wie den Personal Care Products Safety Act im Senat und den FDA Cosmetic Safety and Modernization Act im Repräsentantenhaus. Beide genießen breite Unterstützung, sogar von Großkonzernen wie Unilever, Johnson & Johnson, Procter & Gamble und L'Oréal USA. Durch COVID-19 rückte die FDA andere Prioritäten in den Vordergrund, doch Ihre Stimme zählt: "Solche Agenden bekommen wenig Aufmerksamkeit, daher wirken ein bis zwei Anrufe stark", betont Benesh.

Auf Landesebene führen Kalifornien (mit Prop 65) und Maryland. Prüfen Sie Gesetzesvorhaben in Ihrem Staat und äußern Sie Unterstützung. "Bundesstaaten treiben den Wandel voran. Viele Marken passen Formeln an Kaliforniens Standards an, um nicht zwei Varianten produzieren zu müssen", sagt sie.

Blicken Sie auf die EU-Standards

Kein Wunder, dass die EU strengere Regeln hat: Sie verbietet oder reguliert über 1.400 Inhaltsstoffe, wir nur rund 20. (Hinweis: Die Zahl ist nuanciert, da einige EU-Verbote ohnehin unrealistisch waren – doch insgesamt ist Europa fortschrittlicher.) Grund: Pre-Market-Regulierung und das Vorsorgeprinzip. "Die EU lässt Stoffe nur zu, wenn Sicherheit bewiesen ist. In den USA gilt das Gegenteil: Unschuldsvermutung bis zum Gegenbeweis. Wir sind quasi Versuchskaninchen", erklärt Benesh.

Nutzen Sie Ihre Kaufkraft

Der Markt wandelt sich: Der globale Clean-Beauty-Markt wächst jährlich um 12 % in den nächsten sechs Jahren. Verbraucher fordern sichere Produkte für Gesundheit und Umwelt – ein klares Signal für Unternehmen.

Drängen Sie jetzt auf Regulierungen, um künftig weniger forschen zu müssen. "Die Last darf nicht allein bei Verbrauchern liegen. Es ist unfair, dass wir extra schützen müssen. Deshalb kämpfe ich für ein besseres System", sagt Benesh.

Für tiefgehende Beauty-Gespräche: Hören Sie unseren Podcast 'Clean Beauty School'. Abonnieren Sie auf iTunes, Google Podcasts oder Spotify.