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Die faszinierenden Todesrituale von Krähen und Raben: Einblick von Expertin Dr. Kaeli Swift

Korviden wie Krähen, Dohlen und Raben zählen zu den intelligentesten Tieren der Welt. Sie lernen neue Laute, kooperieren und nutzen Werkzeuge. Doch wie Dr. Kaeli Swift, Expertin für Vogelverhalten an der University of Washington, erklärt, zeigen sie auch beeindruckende Rituale bei ihren Toten – möglicherweise sogar Empathie.

Was sind Rabenvögel genau?

Korviden aus der Familie der Corvidae sind Singvögel und umfassen Krähen, Raben, Elstern, Eichelhäher, Dohlen und Kolkraben. Raben sind die größten Singvögel der Welt.

Sind sie wirklich Singvögel? Das Krähen-'Caw' klingt anders.

Der Begriff 'Singvogel' basiert auf der Syrix-Anatomie und Fußstellung, nicht nur auf dem Klang. Korviden teilen diese mit Rotkehlchen oder Spatzen. Ihr Unterschied liegt im Gehirn: Im Gegensatz zu anderen Singvögeln lernen Krähen und Raben lebenslang neue Laute – sogar menschliche Sprache. Dank unabhängiger Muskelkontrolle auf beiden Syrinx-Seiten erzeugen sie simultan zwei Töne.

Mehr über Krähen und Raben:

  • Vier Monate alte Raben könnten so intelligent sein wie erwachsene Menschenaffen
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Wie unterscheidet man Krähen, Dohlen und Raben im Vereinigten Königreich?

Mit Übung leicht: Raben sind größer, haben raue Kehlfedern und einen keilförmigen Schwanz im Flug (Krähen: abgerundet). Saatkrähen verlieren nach der ersten Mauser Federn am Schnabelbasis – vielleicht für Hygiene beim Insektenfressen.

Die faszinierenden Todesrituale von Krähen und Raben: Einblick von Expertin Dr. Kaeli Swift

Wie intelligent sind Korviden?

Aus meiner Forschung: Sie rivalisieren mit Primaten. Tests zu Analytik, Mengenverständnis, Problemlösung, Kausalität, Kooperation und sozialen Signalen zeigen vergleichbare Leistungen – angepasst an Schnabel statt Hände.

Nutzen sie Werkzeuge?

Neukaledonische Krähen basteln Haken aus Pandanus-Blättern oder Zweigen, um Larven zu extrahieren – ähnlich wie Schimpansen. Werkzeugnutzung ist selten (1 % der Tiere), Herstellung noch seltener (Krähen, Papageien, Primaten).

Was sind ihre Todesrituale?

Menschen beobachten seit Jahrtausenden starke Reaktionen, z. B. im Koran. Bei Entdeckung eines Toten alarmiert eine Krähe andere: Sie mobben laut 15–20 Minuten. Sinn? Lernen von Gefahren – wie meine Fütterungsexperimente zeigten: Krähen wurden vorsichtiger bei Menschen mit toten Artgenossen.

Die faszinierenden Todesrituale von Krähen und Raben: Einblick von Expertin Dr. Kaeli Swift

Reagieren sie nur auf bekannte Krähen? Oder auch alte?

Meine Tests nutzten Unbekannte. Bei Partnern (bis 17 Jahre Bindung) könnte es intensiver sein – offen erforscht. Erwachsene wecken stärkere Reaktionen (Überlebensrate: Juveniles 50 %, Erwachsene bis 80 %).

Pickten sie je an Toten?

In 30–40 % der Fälle interagierten Krähen physisch: Neugierig stupsend, aggressiv zerpflückend (kein Fressen) oder selten (4 %) sexuell. Ähnlich bei Elefanten, Primaten, Cetaceen.

Die faszinierenden Todesrituale von Krähen und Raben: Einblick von Expertin Dr. Kaeli Swift

Zeigen diese Rituale Empathie?

Tricky. Gehirnscans (nicht-invasiv): Keine Amygdala-Aktivierung bei Unbekannten, stattdessen prächstaler Cortex (Entscheidungsfindung). Emotionsansteckungstests: Raben spiegeln Freude/Desinteresse – vielversprechend für Empathie.

Die faszinierenden Todesrituale von Krähen und Raben: Einblick von Expertin Dr. Kaeli Swift

Emotionsansteckung: Beobachter-Raben reagierten euphorisch, wenn Demonstratoren belohnt wurden – oder abweisend bei Langeweile.

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 375 des BBC Science Focus MagazineHier abonnieren

Über Dr. Kaeli Swift

Dr. Kaeli Swift ist Forscherin an der University of Washington, promovierte zu Krähen-Todesverhalten. Sie moderiert die wöchentliche #CrowOrNo-Challenge auf Instagram, Facebook und X.

  • Podcast: Krähen, Dohlen und Raben mit Dr. Kaeli Swift