Die Inflation ist ein brillantes Werkzeug der Natur, das Tieren hilft, Laute zu verstärken, Raubtiere abzuschrecken oder Partner anzulocken. Lassen Sie uns diese beeindruckenden Anpassungen entdecken!
Gemalter Laubfrosch
Biosphärenreservat Calakmul, Mexiko
Dieser gemalte Laubfrosch erzeugt einen durchdringenden Schrei, der sich leicht von dem verwandter Arten unterscheidet. Um den Ruf lange aufrechtzuerhalten, pumpt er Luft mehrmals über den Kehlkopf und erzeugt so einen charakteristischen Triller.
Es gibt Tausende Froschrufe, jeder einzigartig für seine Art. „Die Stimmsäcke bei Fröschen sind enorm vielfältig“, erklärt Herpetologe Dr. Mark Scherz vom Naturhistorischen Museum Dänemark. „Manche Arten haben einzelne Säcke, andere paarige, und einige dehnen sich weit am Körper oder vor dem Kopf aus.“
Sogar Weibchen nutzen Inflation: 2021 entdeckten Forscher in Minnesota, dass weibliche Grünlaubbfrösche ihre Lungen aufblasen, um Rufe konkurrierender Arten zu übertönen. Der Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt, hilft aber Weibchen, Männchen in gemeinsamen Laichgewässern zu finden.
Great Salbeihuhn
South Dakota, USA
Bei Vögeln liegt der Kehlkopf (Syrinx) doppelläufig. Arten wie das Große Salbeihuhn haben Stimmsäcke in einem flexiblen Kehlsack. Schallwellen schwingen gegen die straff gespannte Membran – wie bei einer Trommel. Der Sack kann auch gegen FlügelFedern gebürstet werden für ein rauschendes Geräusch.
Die Balzrufe klingen nach Evolutionsökologin Prof. Gail Patricelli wie „swish, swish, gur, pop, whistle, pop“, während das Männchen vor Weibchen paradieren.
„Zuerst raschelt es wie Kordsamt, gefolgt von einem gurgelnden Blubbern aus Brust und Stimmbändern“, beschreibt sie. Der Höhepunkt ist ein tiefer Boom, der über eine Meile hörbar ist.
Größere Tiere erzeugen normaler tiefe Töne durch längere Resonanzräume. Durch Aufblasen täuschen mittelgroße Arten jedoch enorme Lautstärken vor – ein Trick der natürlichen Selektion.
Schlanker Igelfisch
Victoria, Australien
Die Atemkontrolle beim Kugelfisch wurzelt im Hustenreflex. Verwandte Fische pumpen Wasser in den Magen und husten es aus, um Beute zu lösen. Beim schlanken Igelfisch wird das extrem: Mit zwei Schlucken pro Sekunde füllt er sich mit Wasser, dehnt den Magen auf das Vierfache. Die Bauchhöhle faltet sich wie eine Ziehharmonika, Rippen sind reduziert.
Das Aufblasen hemmt die Bewegung, lohnt sich aber: Raubfische wählen leichtere Beute, Stacheln überzeugen den Rest.
Siamang
Südostasien
„In dichtem Unterholz breiten sich Schall besser aus als Sichtsignale“, sagt Zoologiekurator Paolo Viscardi vom National Museum of Ireland. Siamangs verteidigen Territorien mit einem flexiblen Kehlbeutel, der kopfgroß wird.
Luft aus der Lunge schwingt im Beutel wie in einem Subwoofer. Rufe über 100 Dezibel tragen drei Kilometer durch Baumkronen – mit Bellen, Dröhnen und Schreianfällen, moduliert durch Hände.
Sie rufen morgens bei klarer Luft, meiden rankenbewachsene Bäume.
Großer Fregattvogel
Tower Island, Galápagos-Inseln
Beim Großen Fregattvogel dient der Kehlsack der Balz: Aufgeblasen als rote Werbetafel trommelt das Männchen rhythmisch darauf. Weibchen inspizieren – je röter, desto attraktiver.
„Rote Farben sind selten und teuer in Produktion oder Tarnung“, sagt Verhaltensökologe Prof. Kevin McGraw. Weibchen wählen so robuste Partner, die Risiken meistern.
Männliche Klappmütze
Magdaleneninseln, Kanada
„Auf Packeis ist die aufgeblasene Membran gut sichtbar“, sagt Fotograf Sylvain Cordier. „Je größer und röter, desto interessierter die Weibchen.“ Das Männchen blockiert ein Nasenloch, bläst den Luftstrom ins andere – die Membran dehnt sich wie ein Ballon.
Unterwasser erzeugt der Sack mit Kopfschwarte Dudelsack-ähnliche Töne: Stöhnen, Pings und „Ouwah“-Rufe, 2021 erstmals aufgezeichnet.
Aufblasen verbessert so die Kommunikation – auch ohne Vogelmelodie.
Afrikanische Zweigschlange
Südafrika
Anstatt zu rasseln, blasen Zweigschlangen die Kehle auf doppelte Größe, enthüllen schwarze Schuppenränder. Aposematismus warnt: Ihr Gift verdünnt Blut blitzschnell.
Sie blasen sich vor Katzen, Hunden oder mobbenden Vögeln auf. Früher dachte man, sie ahmen Vogelküken nach – doch es ist reine Abschreckung.
- Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 376 des BBC Science Focus Magazine – Hier erfahren Sie, wie Sie sich anmelden können
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