Haben Sie schon gehört, dass Papa-Langbeiner die giftigsten Spinnen der Welt sein sollen, aber keine Reißzähne haben, um zuzubeißen? Oder dass Pinguinkot aus dem Weltall sichtbar ist? Eine dieser Behauptungen ist wahr – mehr dazu später. Beide Mythen werden im unterhaltsamen Buch True or Poo von Dani Rabaiotti und Nick Caruso beleuchtet, der gelungenen Fortsetzung ihres Bestsellers Does it Fart?. Als Experten für kuriose Tierfakten teilen wir hier einige Highlights, gestützt auf wissenschaftliche Erkenntnisse, damit Sie sie mit Familie und Freunden diskutieren können.
Die Story mit den langen Beinen? Ein klassischer Mythos...
Ein T. Rex kann Sie nicht sehen, wenn Sie stillstehen
Wahrheit oder Mythos? MYTHOS

Im berühmtesten Dinosaurierfilm aller Zeiten werden die Helden vor einem Tyrannosaurus rex gewarnt: Bleibt stehen, er sieht euch nicht. Doch die Realität sieht anders aus. Studien zeigen, dass T. rex eine außergewöhnlich scharfe Sicht besaß – möglicherweise schärfer als bei heutigen Greifvögeln wie Adler oder Falken.
Darüber hinaus verfügte der Tyrannosaurus über einen exzellenten Geruchssinn. Stillstehen tarnt Ihren Duft nicht, sodass es Ihnen kaum nützen würde. Große Raubtiere haben sich evolutionär mit überlegenen Sinnen für Sehen, Riechen und Hören entwickelt, um Beute präzise zu orten. Gegen einen T. rex wäre Bewegung also keine Option – das Leben findet schließlich einen Weg.
Weißen Sandstränden zugrunde liegt Fischkot
Wahrheit oder Mythos? WAHR

Während normaler Sand meist kotfrei ist (abgesehen von Bewohnern wie Krabben oder Würmern), bestehen die ikonischen weißen Strände der Malediven größtenteils aus... Fischkot. Genauer: Aus dem Verdauungsrückstand des Bufflehead-Papageienfischs (Bolbometopon muricatum).
Dieser große, grüne Fisch frisst fast nur Korallen, um an die darin lebenden Algen zu gelangen. Mit kräftigem Schnabel und Mahlzähnen zerkaue er Korallenstücke, verdaut die Algen und scheidet den Korallenstaub als feinen Sand aus. Jeder Fisch produziert jährlich bis zu 90 kg Sand – 85 % des Strandreandes der Malediven stammt daher. Beim nächsten Strandurlaub wissen Sie, wem Sie die Idylle zu verdanken haben.
Kamele speichern Wasser in ihren Höckern
Wahrheit oder Mythos? MYTHOS

Zwei Kamelarten bevölkern die Welt: Das einhöckerige Dromedar (Camelus dromedarius) aus Nahost und Australien sowie das zweihöckerige Trampeltier (Camelus bactrianus) aus Zentralasien. Ein gängiger Irrtum: Die Höcker dienen als Wasserspeicher.
Kamele überstehen tatsächlich über 10 Tage ohne Trinken (Mensch: nur 3–5 Tage), doch in den Höckern – bis zu 36 kg schwer – lagert Fett für Energie. Zentrale Speicherung hält den Körper kühl, statt hitzeerzeugend am ganzen Leib. Wassersparen gelingt durch Rekordtrinken (bis 200 Liter in 3 Minuten), isolierendes Fell, feuchte Nasenlöcher und Nieren, die Urin sirupartig konzentrieren. Effizienz pur.