Hunde gelten als beste Freunde des Menschen, doch Wölfe halten mit ihnen Schritt, wenn es um Zusammenarbeit geht. Forscher der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni) haben in einer neuen Studie gezeigt, dass Wölfe genauso gut mit uns kooperieren wie Hunde. Diese Erkenntnis regt zum Nachdenken über die Ursprünge der Hundef domestizierung an.
Die Domestizierung von Hunden begann vor etwa 15.000 bis 40.000 Jahren, als graue Wölfe und Hunde sich von einer gemeinsamen, ausgestorbenen Wolfsart abspalteten. Durch gezielte Züchtung entwickelten sich Hunde zu den vielfältigen Rassen, die wir heute als treue Haustiere schätzen.
Warum kamen Hunde uns näher als Wölfe? Lange galt: Hunde wurden durch Domestizierung kooperativer. Vetmeduni-Forscher zweifeln das an und belegen, dass Wölfe bei gleicher Sozialisierung ebenso kooperativ sind.
Im Experiment mussten Tier und Mensch gemeinsam an einem Seil ziehen, um ein Futtertablett zu erreichen. Getestet wurden Hunde und handaufgezogene graue Wölfe aus dem Wolf Science Center in Ernstbrunn, Österreich. Beide Gruppen hatten vergleichbare Lebenslange Menschenerfahrungen – für faire Ergebnisse.
Wölfe und Hunde zeigten gleiche Kooperationsfähigkeiten, doch Wölfe entwickelten oft eigene Strategien, wie das Seil dem Menschen wegzunehmen.
„Wölfe initiieren Verhaltensweisen und übernehmen die Führung, während Hunde auf den Menschen warten und folgen“, erklärt Dr. Friederike Range, Leiterin der Studie.
Der „Wolf im Hund“ vermittelt kooperative Fähigkeiten – geerbt, nicht erst durch Domestizierung erworben. Hunde Unterwürfigkeit erleichterte ihre Annahme als Haustiere, da sie unserer Führung folgen.