Laut einer Studie in Current Biology haben Paläontologen in Wyoming, USA, die versteinerten Überreste des frühesten bekannten Sperlingsvogels ausgegraben. Die Fossilien stammen aus dem frühen Eozän vor etwa 52 Millionen Jahren.
Sperlingsvögel, die durch ihre zum Sitzen geeigneten Füße charakterisiert sind, umfassen rund 6.500 der heute lebenden 10.000 Vogelarten. Ihre evolutionäre Herkunft war jedoch lange ungeklärt.
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„Es ist faszinierend, weil Singvögel heute die meisten Vogelarten ausmachen, aber sie waren damals extrem selten“, erklärt Dr. Lance Grande, Mitautor der Studie und Kurator am Field Museum in Chicago. „Dieses Exemplar ist außergewöhnlich: Ein vollständiges Skelett mit erhaltenen Federn – eine Seltenheit unter Vogel-Fossilien.“
Der Vogel, Eofringillirostrum boudreauxi genannt, zeigt den frühesten finkenartigen Schnabel.
„Solche Schnäbel eignen sich ideal zum Knacken kleiner, harter Samen“, betont Hauptautor Dr. Daniel Ksepka vom Bruce Museum. „Frühe Vögel ernährten sich hauptsächlich von Insekten, Fischen oder kleinen Eidechsen. Bislang fehlten uns Einblicke in die Ökologie der ersten Sperlingsvögel – E. boudreauxi ändert das.“
Die Studie beschreibt zudem E. parvulum, ein Fossil aus Deutschland von vor 47 Millionen Jahren, das weitere Licht auf die Ursprünge der Sperlingsvögel wirft.
„Wir belegen eine hohe Schnabelvielfalt bereits im frühen Eozän“, sagt Co-Autor Dr. Gerald Mayr vom Senckenberg-Forschungsinstitut in Frankfurt. „Die räumliche Distanz der Funde deutet auf eine weite Verbreitung hin, trotz geringer Fossilhäufigkeit.“


