Sie fragen sich, wohin mit Ihren Safari-Fotos aus dem Urlaub? Bald könnten Sie sie direkt an Wissenschaftler weitergeben. Neue Forschung zeigt: Bilder von Touristen sind genauso wertvoll wie professionelle Erhebungen bei der Populationsschätzung von Wildtieren.
Ein Team um Kasim Rafiq, ehemaligen Doktoranden der Liverpool John Moores University und Leopard-Experten, analysierte 25.000 Fotos von 26 Safari-Gruppen. Damit ermittelten sie die Populationsdichten von fünf Schlüsselspezies im Norden Botswanas: Löwen, Leoparden, Geparden, Tüpfelhyänen und Afrikanischen Wildhunden.
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Das Projekt entstand aus Rafiqs Feldarbeit: Safariführer berichteten von einem Einohrleoparden, den er monatelang gesucht hatte. "An diesem Punkt begann ich wirklich zu schätzen, wie viele Informationen Führer und Touristen sammeln – und wie sie verloren gehen", erklärt Rafiq.
Traditionelle Methoden zur Wildtierzählung in Afrika – Kamerafallen, Spurenerhebungen oder Rufstationen – sind teuer, abdeckungsbeschränkt und expertenabhängig. Die neue Citizen-Science-Alternative nutzt Touristenfotos mit GPS-Trackern für präzise Standortdaten.
Ergebnisse überzeugen: Die Schätzungen ähneln etablierten Methoden. Tatsächlich entdeckte nur dieser Ansatz Geparden im Gebiet. Zudem ist er kostengünstiger – und KI-gestützte Bildanalyse könnte ihn noch effizienter machen.
"Mit Fortschritten in KI und Bildklassifizierung, kombiniert mit Partnerschaften von Reiseveranstaltern, hätten wir eine Chance für kontinuierliche, schnelle Bewertungen von Wildtierpopulationen in Tourismus-Hotspots", betont Rafiq.