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Tumore bei Tasmanischen Teufeln: Wichtige Erkenntnisse für neue Immuntherapien gegen Krebs

Ein ansteckender Gesichtstumor, der Tasmanische Teufel – diese markanten australischen Beuteltiere – befällt, liefert wertvolle Hinweise darauf, warum das menschliche Immunsystem Krebszellen manchmal nicht erkennt.

Forscher haben beobachtet, dass der Devil Facial Tumor (DFT), eine häufige Krebsform bei diesen Tieren, einen ausgeklügelten Proteinmechanismus einsetzt, um sich vor dem Immunsystem – der natürlichen Abwehr des Körpers – zu verbergen. Dieser Mechanismus wurde auch bei bestimmten menschlichen Krebsarten nachgewiesen, die das Immunsystem daran hindern, Krebszellen zu identifizieren oder anzugreifen.

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Ein internationales Team aus dem Cambridge Institute for Medical Research, der University of Southampton, dem Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline im Vereinigten Königreich sowie australischen Forschern sieht in dieser Arbeit Potenzial für neue Immuntherapien.

Krebsimmuntherapie nutzt das eigene Immunsystem des Körpers, um die Erkrankung zu bekämpfen. Sie umfasst Formen wie zielgerichtete Antikörper, Krebsimpfstoffe und tumorinfizierende Viren und ist wirksam gegen Melanome sowie Krebs der Lunge, Nieren, Blase, des Darms, Kopf- und Halsbereichs.

Manche Krebsarten entwickeln jedoch eine Resistenz gegen diesen Ansatz.

Die vom Cancer Research UK mitfinanzierte Studie, veröffentlicht in Cancer Cell, untersuchte, warum bestimmte Krebszellen dem Immunsystem entgehen. Das Team testete Zellen aus menschlichem kleinzelligem Lungenkrebs, Neuroblastom, Maus-Lungenkrebs und DFT.

Tumore bei Tasmanischen Teufeln: Wichtige Erkenntnisse für neue Immuntherapien gegen Krebs

Die Ergebnisse zeigten: Ein überaktiver Proteinkomplex namens PRC2 blockiert die Expression von MHC-Klasse-I-Proteinen, die für die Immunerkennung essenziell sind.

Bei Tasmanischen Teufeln verbreitet sich DFT durch Bisse, was zu tödlichen Gesichts- und Mundtumoren führt. Im Gegensatz dazu ist Krebs bei Menschen nicht übertragbar.

Die Forscher vermuten, dass die ähnlichen Tarnmechanismen in Mensch und Tier erklären, warum einige Krebsarten schlechter auf Immuntherapien ansprechen.

Dr. Marian Burr vom Peter MacCallum Cancer Center in Melbourne, Hauptverfasserin der Studie: „Dies könnte die Resistenz mancher menschlicher Krebsarten gegen Immuntherapien erklären – und warum DFT-Zellen bei Tasmanischen Teufeln nicht abgetötet werden.“

Das Team empfiehlt EZH2-Inhibitoren, die derzeit bei Lymphomen getestet werden. Laborexperimente zeigten, dass diese die MHC-Klasse-I-Expression wiederherstellen und das Immunsystem die Krebszellen angreifen kann.

Prof. Mark Dawson vom Peter MacCallum Cancer Center, leitender Autor: „EZH2-Inhibitoren zeigen in klinischen Studien Erfolge. Wir prüfen nun ihre Kombination mit Immuntherapien für Patienten, die allein nicht ansprechen.“