DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Dachscullung vergrößert Streifgebiet: Studie warnt vor höherem Rindertuberkulose-Risiko

Die Keulung von Dachsen, die das Ziel verfolgt, die Ausbreitung der Rindertuberkulose (bTB) zu verringern, könnte laut einer neuen Studie des Imperial College London und der Zoological Society of London (ZSL) den gegenteiligen Effekt haben. Überlebende Dachse streifen nach Keulaktionen ein deutlich größeres Gebiet ab, was die TB-Übertragung auf Rinder potenziell steigert.

„Da die Übertragung vom Dachs auf das Rind meist durch Kontamination der gemeinsamen Umwelt erfolgt und TB-Bakterien monatelang überleben können, könnte eine Erweiterung des Reviers eine Infektionsquelle für mehrere Monate schaffen – lange nach der Keulung des einzelnen Tieres“, erklärt Prof. Rosie Woodroffe, Senior Research Fellow am ZSL.

„Im Gegensatz dazu verändert die Impfung das Jagdverhalten der Dachse nicht“, ergänzt sie.

Die Forscher untersuchten 67 Dachse auf 20 Rinderfarmen in Cornwall – in Gebieten mit und ohne landwirtschaftlich organisierte Keulungen. Mit GPS-Halsbanddaten von 2013 bis 2017 stellten sie fest: Gekeulte Populationen bedecken monatlich 61 Prozent mehr Land als unbeeinflusste Gruppen.

Dachse besuchten zudem 45 Prozent mehr Felder pro Monat, und die Wahrscheinlichkeit, dass ein Individuum nächtlich benachbarte Gebiete aufsucht, stieg um das 20-Fache – ein Faktor, der das TB-Risiko für Rinder und andere Dachse erhöhen könnte.

Die Experten vermuten: Keulungen entfernen dominante Dachse aus etablierten Reviers und öffnen diese für Überlebende.

Mehr zur britischen Tierwelt:

  • Wale und Delfine: Warum stranden mehr von ihnen im Vereinigten Königreich?
  • Wie weit können Zugvögel nonstop fliegen?
  • Seltsame Wissenschaft: Sechs ungewöhnliche Studien über unser Lieblingsvieh

Interessant: Überlebende Dachse verbringen nachts durchschnittlich 91 Minuten weniger außerhalb ihres Baus. ZSL-Wissenschaftler führen dies auf geringeren Wettbewerb und höhere Nahrungsverfügbarkeit zurück, da Rivalen entfernt wurden.

„Dachse suchen viel Zeit oberirdisch nach Futter. Durch Keulungen sinkt die Populationsdichte und damit die Konkurrenz“, sagt Cally Ham vom Imperial College London, Hauptautorin der Studie. „Das erklärt reduzierte Aktivität – mutige, sichtbare Individuen fallen schneller den Jägern zum Opfer. Weniger nächtliche Aktivität könnte zudem Keulbemühungen erschweren.“

Dachscullung vergrößert Streifgebiet: Studie warnt vor höherem Rindertuberkulose-Risiko

Die britische Regierung ließ kürzlich ihre bTB-Strategie prüfen, inmitten anhaltender Debatten um die Dachscullung.

Maßnahmen umfassen Viehtests, Bewegungsbeschränkungen, Biosicherheit auf Farmen, Impfstoffe für Rinder und Dachse sowie Keulungen in 32 englischen Gebieten.

Die unabhängige Überprüfung unter Sir Charles Godfray betont: Rinder-zu-Rinder-Übertragungen sind das Hauptproblem – größer als Dachse. Biosicherheitsmängel und Hochrisikoviehhandel bremsen den Fortschritt, trotz „bescheidener Wirkung“ der Keulung.

Dachscullung vergrößert Streifgebiet: Studie warnt vor höherem Rindertuberkulose-Risiko

Seit Einführung der Keulung 2011 erforscht das ZSL Dachsimpfungen zur TB-Reduktion in der Wildpopulation.

Badger Trust-Sprecher: „ZSL-Daten belegen: Massenkeulung stört soziale Strukturen und könnte TB-Risiken steigern. Impfung ist kostengünstig, tierschonend und vereint Landwirte mit Naturschützern. Die Regierung sollte umsteuern.“

Defra-Sprecher: „bTB kostet Steuerzahler jährlich über 100 Mio. Pfund und richtet massive Schäden an. Keine Einzellösung existiert; wir setzen auf Viehkontrollen, Tests und Impfungen – Ziel: Ausrottung bis 2038.“