Antarktische Pinguine haben im vergangenen Jahrhundert massive Veränderungen durch Klimawandel und menschliche Aktivitäten erlebt. Als Experten für marine Ökologie aus renommierten Universitäten wie Louisiana State University und University of Oxford analysieren wir diese Auswirkungen detailliert.
Neueste Forschung offenbart, wie Arten wie Eselspinguine (Adélie-Pinguine) und Zügelpinguine (Chinstrap-Pinguine) auf Schwankungen in der Krill-Verfügbarkeit reagieren – und warum einige besser anpassungsfähig sind.
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Michael Polito, Co-Lead-Autor und Assistenzprofessor an der Louisiana State University, erklärt: „Antarktis-Krill, ein garnelenähnliches Krebstier, ist essenziell für Pinguine, Robben und Wale. Historische Überfischung von Robben und Walen führte Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem Krill-Überschuss. Heute reduzieren kommerzielle Krillfischerei, Klimawandel und die Erholung der Robben- und Walbestände die Krill-Mengen drastisch.“

Forscher untersuchten chemische Signale in gesammelten Federn aus dem vergangenen Jahrhundert während Expeditionen zur Antarktischen Halbinsel. Diese Signale enthüllen die genaue Ernährung der Vögel.
Die Ergebnisse erschienen in der renommierten Proceedings of the National Academy of Sciences.
Tom Hart, Co-Autor und Pinguin-Experte am Department of Zoology der University of Oxford, betont: „Eselspinguine gelten als Gewinner des Klimawandels, Zügelpinguine als Verlierer. Wir wollten klären, wie Ernährungsunterschiede eine Art anpassungsfähig machen, während die andere leidet. Warum sinken Zügelpinguin-Populationen, während Eselspinguine zunehmen?“
Beide Arten nährten sich in der Krill-Überschuss-Phase (durch Robben- und Waljagd) primär von Krill. Ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts diversifizierten Eselspinguine ihre Ernährung mit Fisch und Tintenfisch – Zügelpinguine blieben auf Krill fixiert.

Kelton McMahon, Co-Lead-Autor und Assistenzprofessor an der University of Rhode Island, fasst zusammen: „Historische Meeressäuger-Jagd und aktueller Klimawandel haben das antarktische Nahrungsnetz grundlegend verändert. Spezialisierte Arten wie Zügelpinguine werden unter zunehmenden Einflüssen leiden.“

Experten von University of Oxford, Louisiana State University, University of Rhode Island, University of California Santa Cruz und University of Saskatchewan prognostizieren: Die Antarktische Halbinsel bleibt Klimawandel-Hotspot. Unsere Daten helfen, zukünftige Entwicklungen für vulnerable Arten vorherzusagen.