Der Hund gilt als bester Freund des Menschen – nirgends war diese enge Bindung spürbarer als bei den Inuit der nordamerikanischen Arktis. Eine aktuelle Studie liefert faszinierende Details zu den spezialisierten Schlittenhunden, die sie einsetzten.
Beim Einzug aus Alaska und Sibirien brachten die Inuit mutmaßlich einzigartige, robuste Schlittenhunde mit, die optimal ans raue Gelände angepasst waren – statt lokale Populationen zu übernehmen.
Forscher der University of Exeter untersuchten Überreste von 391 antiken Hunden und entdeckten: Diese Tiere waren größer und hatten proportional schmalere Schädel als frühere Hunde. Die Inuit züchteten gezielt ihre eigenen Linien, um diese wertvollen Merkmale zu bewahren.
„Hunde besiedeln Nordamerika ebenso lange wie Menschen, doch wir belegen hier, dass die Inuit genetisch und physisch unterschiedliche Hunde einführten“, erklärt Dr. Carly Ameen, Archäologin an der University of Exeter und Leiterin der Studie.
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„Vor Tausenden von Jahren gab es noch keine Vielfalt an Rassen wie heute. Durch DNA- und Morphologie-Analysen von Hunderten Überresten zeigen wir: Inuit-Hunde wiesen charakteristische Schädel- und Zahnformen auf und unterschieden sich optisch von arktischen Vorgängern“, ergänzt Dr. Ameen.
Die DNA-Untersuchung von über 900 Hunden und Wölfen der letzten 4.500 Jahre bestätigt: Hunde auf Inuit-Siedlungen vor rund 2.000 Jahren waren genetisch eigenständig.

„Archäologische Funde deuten an, dass Hundeschlitten vor den Inuit selten waren“, sagt Co-Autorin Tatiana Feuerborn vom Globe Institute in Dänemark und Centre for Palaeogenetics in Schweden.
„Unsere DNA-Analyse belegt: Die mitgebrachten Hunde unterschieden sich von lokalen, um spezialisierte Rollen zu erfüllen – beim Transport und der Jagd halfen sie Gemeinschaften in der arktischen Wildnis zu überleben. Ihr genetisches Erbe lebt in modernen arktischen Schlittenhunden fort.“