King Louie aus dem Dschungelbuch ist nicht der Einzige, der von einer anderen Fortbewegungsart träumt. Forscher der University of the Sunshine Coast haben bei sechs Koalas im Queensland Zoo festgestellt, dass diese Beuteltiere auf Bäumen wie Primaten klettern.
Beim Überqueren eines Asts greifen Koalas mit gegenüberliegenden Händen und Füßen zu und setzen langsame, stabile Schritte, um das Gleichgewicht zu wahren. Dies ist nur möglich, weil sie sich mit allen vier Gliedmaßen festhalten können.
„Dieses Gangmuster, das für hohe Stabilität sorgt, ist außerhalb der Primaten extrem selten“, erklärt Studienleiter Dr. Christofer Clemente von der University of the Sunshine Coast in Australien.
Am Boden bewegen sich Koalas hingegen typisch für Beuteltiere – mit Sprüngen bis zu 11 km/h.
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Das Team filmte die Koalas in 3D und analysierte rund 200 Schritte auf vier Untergründen: Boden, horizontal, bergauf und bergab.
Aufgrund ihrer energiearmen Eukalyptus-Diät mussten die Wissenschaftler oft geduldig warten, bis die Koalas aktiv wurden.
Sie bewegen sich meist auf der Suche nach Partnern, Nahrung oder Wasser. In der Wildnis klettern sie in Baumkronen und meistern so anspruchsvolle Bedingungen.
„Manche Tage waren aktiver als andere – Koalas schlafen viel“, berichtet Clemente. „Wir sahen spektakuläre Sprünge von über einem Meter Ast zu Ast oder Koalas, die sich nur mit den Vorderpfoten kopfüber an Ästen festhielten.“
Diese primatenähnliche Klettertechnik entwickelte sich bei Koalas unabhängig von Affen, da sich die Linien der Beuteltiere und Plazentasäuger evolutionär lange vor den Primaten trennten.