Warum sorgen sich viele um das Füttern von Vögeln?
Enten mit Brot zu füttern ist eine Kindheitserinnerung für viele von uns – harmlos und spaßig. Doch in den letzten Jahren warnen Wissenschaftler und Organisationen wie der britische Canal & River Trust davor. Brot kann das Verdauungssystem von Vögeln belasten, nicht gefressenes Brot verschlechtert die Wasserqualität und fördert Algenblüten. Zudem sammeln sich Vögel an Futterstellen, was Kotansammlungen, Krankheiten wie Botulismus und die Anlockung von Ratten begünstigt.
Viele Städte haben Schilder gegen das Füttern von Tauben und Möwen aufgestellt, da diese als lästig gelten. Die Öffentlichkeit nimmt diese Warnungen ernst: Weniger Brot wird verfüttert. Im Oktober 2022 erregte ein selbstgemachtes Schild in einem Derbyshire-Park Aufsehen, das vor dem Hungertod lokaler Stockenten warnte. Ornithologen und Naturschützer debattierten hitzig – wer hat recht?
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Wie wirkt sich Brot auf Vögel aus?
Paul Stancliffe vom British Trust for Ornithology (BTO) betont: Es fehlen wissenschaftliche Beweise für direkte Schäden durch Brot – es könnte sogar nützlich sein. „Wir wissen es einfach nicht“, sagt er. Brot ist für Menschen verarbeitet, aber das allein rechtfertigt kein Verbot für Vögel.
Eine Studie des Wildfowl & Wetlands Trust (WWT) aus den 1980er Jahren zeigte: Höckerschwäne mit brotlastiger Ernährung hatten schwächere Muskeln. Peter Morris vom WWT: „Brot ist für Enten, Gänse und Schwäne in Maßen okay, aber mit Vorbehalten.“

Am besten im Winter füttern, wenn natürliches Futter knapp ist. Im Frühling und Sommer lernen Jungvögel selbstständig jagen – natürliche Nahrung bietet bessere Nährstoffe. RSPB-Sprecher: „Vögel brauchen Abwechslung wie wir Menschen, um gesund zu bleiben. Zu viel Brot sättigt, ohne Vitamine und Mineralien.“
Schon viktorianische Naturfreunde warnten: Regelmäßiges Füttern macht Vögel abhängig und raubtiersanfällig. Morris ergänzt: Brot kann „süchtig“ machen und natürliches Futter uninteressant.
Sicher Vögel füttern: So geht's richtig
Selbst kleine Mengen summieren sich. RSPB und WWT raten: Besser Zuckermais, Haferflocken, zerbröselte Kekse, aufgetaute Erbsen, gehacktes Grünzeug oder spezielles Vogelfutter.
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Vögel im Garten füttern: Chancen und Risiken
Briten geben jährlich 150–200 Millionen Pfund für Vogelfutter aus – meist Samen, Nüsse und Fettbällchen für Gartenvögel. Das treibt Arten wie Stieglitz und Schwanzmeise an und verändert sogar Evolution: Mönchsgrasmücken entwickeln längere Schnäbel für Sonnenblumenkerne.

Füttern verbindet uns mit der Natur. RSPB: „Es weckt Verständnis für unsere Umwelt und motiviert zum Schutz.“