Nicht nur Menschen sind Links- oder Rechtshänder. Auch einige Eichhörnchen zeigen eine starke Lateralisierung und bevorzugen aktiv eine Körperseite gegenüber der anderen.
Im Gegensatz zu Menschen, bei denen Händigkeit das Gehirn effizienter machen soll, haben Wissenschaftler der University of Exeter festgestellt: Eichhörnchen mit Pfotenpräferenz lernen neue Aufgaben schlechter als beidhändige Tiere.
Dr. Lisa Leaver, Programmdirektorin des Tierverhaltenskurses an der University of Exeter und Studienautorin, erklärt: „Es wurde vermutet, dass eine starke Lateralisierung das Gehirn effizienter macht, da sich jede Hemisphäre auf unterschiedliche Aufgaben konzentriert.“
„Dies könnte Tieren beim Überleben helfen und die Evolution der Lateralität im Tierreich erklären.“
„Bei Fischen und Vögeln gibt es Hinweise auf eine bessere kognitive Leistung durch starke Lateralisierung. Begrenzte Säugetierstudien deuten jedoch auf eine schwache oder negative Beziehung hin.“
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Forscher der University of Exeter beobachteten 30 wilde graue Eichhörnchen, denen eine Plexiglasröhre mit Erdnüssen angeboten wurde. 12 Tiere lieferten ausreichend Daten für die Studie, die in der Zeitschrift Learning and Behaviour erschien.
Um an die Nüsse zu gelangen, mussten die Eichhörnchen lernen, eine Pfote statt des Mundes zu nutzen – ihre Gesichter waren zu groß für die Löcher.
Dr. Leaver: „Wir maßen, wie lange es dauerte, bis sie aufhörten, ihr Gesicht zu benutzen, und mit den Pfoten in die Röhre griffen. Dann beobachteten wir, welche Pfote sie bevorzugten – links oder rechts.“
Manche Eichhörnchen waren beidhändig und nutzten beide Pfoten, andere bevorzugten stark eine Seite. Das Team bewertete Lernfortschritt und Lateralitätsstärke.
Ergebnis: Stark lateralisierte Eichhörnchen schnitten bei Lernaufgaben schlechter ab.
Dr. Leaver: „Eichhörnchen, die eine Pfote bevorzugten, lernten nicht so schnell und gründlich wie beidhändige.“
Die Ergebnisse passen zu früheren Säugetierstudien, die eine starke Lateralisierung mit schlechter kognitiver Leistung verknüpfen. Weitere Forschung ist nötig, um diese komplexe Beziehung zu verstehen.