Eine aktuelle Studie der University of Cambridge zeigt: Wenn Tintenfische wissen, dass es abends ihr Lieblingsgericht, Garnelen, gibt, essen sie mittags weniger. Diese bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit deutet auf erstaunliche kognitive Fähigkeiten hin.
Tintenfische, als Kopffüßer, haben eine vielfältige Ernährung, die von Krabben über Fisch bis hin zu anderen Tintenfischen und Garnelen reicht. Dabei bevorzugen sie bestimmte Speisen deutlich.
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Die Forscher stellten fest, dass der Europäische Gemeine Tintenfisch (Sepia officinalis) Garnelen besonders gern mag. Daraufhin beobachteten sie, dass die Tintenfische weniger Krabben fraßen, wenn sie wussten, dass sie abends mit Garnelen versorgt würden.
Wurden die Garnelen nur zufällig angeboten, aßen die Tintenfische tagsüber mehr Krabben, da sie nicht sicher sein konnten, ob ihr Lieblingsessen später verfügbar sein würde.
„Es war überraschend, wie schnell die Tintenfische ihr Fressverhalten anpassten – innerhalb weniger Tage lernten sie, ob es abends Garnelen geben würde oder nicht. Dies ist ein sehr komplexes Verhalten, das nur dank ihres hochentwickelten Gehirns möglich ist“, erklärt Pauline Billard, eine beteiligte Forscherin.
Tintenfische kommen bereits mit einem großen Zentralnervensystem zur Welt und sind von klein auf lernfähig. Sie können flexibel auf ihre Umgebung reagieren und ihre Jagd-, Paarungs- und Verhaltensstrategien anpassen, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Dies legen Forschungsergebnisse der University of Cambridge nahe (Billard, P. et al., 2023).
Diese Studie zeigt, dass sie ihr Futtersuchverhalten täglich anpassen können, um sicherzustellen, dass sie ausreichend Nahrung zu sich nehmen, aber auch ihre Lieblingsspeisen nicht verpassen.
Evolutionär betrachtet haben sich Kopffüßer vor etwa 550 Millionen Jahren von Wirbeltieren getrennt. Diese Ergebnisse könnten neue Einblicke in die Entwicklung komplexer kognitiver Fähigkeiten liefern.