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Taube Motten täuschen Fledermäuse mit schallabsorbierenden Schuppen – Studie der Uni Bristol

  • Zwei Mottenarten besitzen geräuschunterdrückende Schuppen, die bis zu 85 % der Schallenergie absorbieren.
  • Diese Schuppen schützen sie vor der Echoortung der Fledermäuse.
  • Forscher lassen sich von diesen Motten inspirieren, um leichtere und dünnere Schallabsorber zu entwickeln.

Forscher der University of Bristol haben entdeckt, dass bestimmte taube Mottenarten spezielle, haarähnliche Schuppen nutzen, um Raubtieren wie Fledermäusen zu entkommen. Diese Schuppen absorbieren bis zu 85 Prozent der einfallenden Ultraschallenergie und fungieren als natürliche Tarnbeschichtung.

Taube Motten täuschen Fledermäuse mit schallabsorbierenden Schuppen – Studie der Uni Bristol

Die Ergebnisse, veröffentlicht in der renommierten Fachzeitschrift Royal Society Interface, zeigen, dass Motten, die die Ultraschallrufe von Fledermäusen nicht hören können, eine einzigartige Verteidigungsstrategie entwickelt haben. Dieses Wissen könnte zu innovativen Schallabsorbern führen.

Dr. Thomas Neil, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der School of Biological Sciences der University of Bristol und Hauptautor der Studie, erklärt: „Wir waren verblüfft, dass diese Insekten eine Schallabsorption erreichen, die mit kommerziellen Absorbern mithält – und das bei viel geringerem Gewicht und Dünne.“

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„Wir untersuchen nun, wie wir diese biologischen Strukturen für neue Schalldämmungstechnologien nutzen können, einschließlich der Schuppen auf den Flügeln.“

Fledermäuse jagen nachts per Echoortung, indem sie Ultraschallwellen aussenden und Echos analysieren. Während viele nachtaktive Insekten diese Rufe hören können, fehlt tauben Mottenarten diese Fähigkeit.

Taube Motten täuschen Fledermäuse mit schallabsorbierenden Schuppen – Studie der Uni Bristol

Das Bristol-Team testete zwei Arten – Antherina suraka und Callosamia promethea. Ihre Schuppen ähneln Fasern in Schallschutzmaterialien. Mittels akustischer Tomographie maßen die Forscher Ultraschallimpulse und Echos.

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Die Schuppen absorbierten bis zu 85 % der Energie und reduzierten die Erkennungsreichweite um fast 25 %. Dies steigert die Überlebenschancen signifikant.

Die Studie wurde vom Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC) und dem Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) gefördert.