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Archäologische Sensation: Vor 10.000 Jahren ernährten sich Menschen in der Sahara hauptsächlich von Fischen

  • Frühe Bewohner der heutigen Sahara lebten in feuchten Bedingungen mit ausgedehnten Gewässern.
  • Archäologen förderten Überreste von mehr als 17.000 Fischen und anderen Wassertieren zutage.
  • Die Fülle an Fischgräten unterstreicht die zentrale Rolle von Fisch in der Ernährung holozäner Jäger und Sammler.

Eine detaillierte Analyse von Tierresten in der Sahara offenbart: Vor rund 10.000 Jahren speisten die dort ansässigen Menschen regelmäßig Fisch. Forscher des Naturhistorischen Museums in Brüssel und der Universität Sapienza in Rom untersuchten insgesamt 17.551 Knochen – darunter von Fischen, Kröten, Fröschen, Krokodilen und Vögeln.

Bereits früher hatten Archäologen Hinweise auf eine feuchte Phase im Tadrart-Acacus-Gebirge entdeckt: Während des frühen Holozäns (vor etwa 10.200 bis 8.000 Jahren) prägten dauerhafte Gewässer die Landschaft.

„Es ist schwierig, die genaue Wassermenge zu beziffern“, erklärt Prof. Savino di Lernia, Mitautor der Studie gemeinsam mit Prof. Wim Van Neer. „Im frühen Holozän gab es beständige Gewässer mit reichlich Fisch, doch vor rund 5.900 Jahren setzte die heutige Wüstenaridität ein.“

Siedlungsspuren wie Steinstrukturen und Feuerstellen belegen die langfristige menschliche Präsenz in der Region.

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Das Forschungsteam konzentrierte sich auf den Takarkori-Felsenschutz im Tadrart-Acacus-Gebirge, einem von mehreren Rückzugsorten, und datierte die Tierreste präzise.

Fast 80 Prozent der Funde stammen von Fischen: Zwei Drittel gehörten zur Familie der Clariidae (Welse), der Rest zur Gattung Tilapia.

„Fischreste in den Bergen waren erwartet, wenngleich selten“, so Prof. di Lernia. „Überraschend ist jedoch ihre enorme Menge und die dominante Rolle in der Ernährung der Holozän-Bewohner.“

Die Studie zeigt: Mit zunehmender Trockenheit nahm der Fischkonsum ab, während Jagd und später Viehzucht an Bedeutung gewannen. Bemerkenswert: Selbst in der Phase nomadischer Hirten blieben Fischreste in relevanter Zahl erhalten.