- Neue Studie belegt: Hummeln erkennen Objekte im Dunkeln mithilfe ihres Tastsinns.
- Sie können Formen bidirektional identifizieren – von Sicht zu Berührung und umgekehrt.
- Diese Fähigkeit war bisher bei Primaten, Ratten, Delphinen und elektrischen Fischen nachgewiesen.
Wie Menschen nutzen Hummeln ihren Tastsinn, um Objekte im Dunkeln zu erkennen. Forscher haben gezeigt, dass diese Insekten Informationen multisensuell speichern und abrufen können – eine hochkomplexe Fähigkeit namens modalübergreifende Objekterkennung.
Menschen kennen das: Einen verlegten Schlüsselbund tasten wir in der Tasche aus dem Gedächtnis heraus.
Bisher wurde diese Fähigkeit bei Primaten, Ratten, Delphinen und elektrischen Fischen beobachtet – nun auch bei Hummeln.

Selene Gutierrez Al-Khudhairy, Doktorandin an der University of York und Mitautorin der Studie, betont: „Das ist eine erstaunliche Leistung angesichts der winzigen Gehirngröße einer Biene.“
Professor Lars Chittka, Leiter des Labors an der Queen Mary University of London, wo die Studie durchgeführt wurde, ergänzt: „Wir wissen seit Langem, dass Bienen Blumenformen merken können. Unsere Arbeit deutet darauf hin, dass Bienen mentale Bilder von Formen erzeugen – etwas, das Maschinen nicht leisten.“
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Die Forscher trainierten 44 Hummeln, Würfel und Kugeln entweder visuell oder taktil zu unterscheiden. Belohnte Formen enthielten Zuckerwasser, abgestoßene Chininlösung.
Im Dunkeln tasteten die Hummeln erfolgreich nach der Zuckerquelle. Nach Training im Dunkeln wähnten sie sich im Licht wieder sicher bei der taktil erlernten Form.
Die Ergebnisse bestätigen bidirektionale cross-modale Erkennung – von Sicht zu Tastsinn und umgekehrt.
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Dr. Cwyn Solvi, Hauptverfasserin (ehemals Queen Mary University of London, nun Macquarie University Sydney), erklärt: „Hummeln verarbeiten Sinneseindrücke nicht isoliert, sondern als einheitliche Repräsentation. Das zeigt: Insektenhirne sind komplexer, als wir dachten.“
Die Studie erscheint in der renommierten Zeitschrift Science.