Die Population von Zügelpinguinen auf Elephant Island, einem Schlüssellebensraum in der Antarktis, ist in den letzten 50 Jahren um fast 60 Prozent eingebrochen, wie Forscher der Stony Brook University und Northeastern University berichten.
Jede untersuchte Kolonie auf Elephant Island im Nordosten der Antarktischen Halbinsel verzeichnet seit der Erhebung von 1971 einen Rückgang der Brutpaare – teilweise bis zu 77 Prozent.
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Insgesamt sank die Zahl der Brutpaare von 122.550 im Jahr 1971 auf aktuell 52.786 Paare. Experten sehen den Klimawandel als Hauptursache.
Im Rahmen einer Greenpeace-Expedition untersuchten Wissenschaftler der Stony Brook University und Northeastern University die Population auf Elephant Island.
Weniger Meereis und wärmere Ozeane reduzieren den Krillvorkommen – die Hauptlebensquelle der Pinguine.
Dr. Heather J. Lynch, Leiterin der Stony Brook University-Forscher, erklärt: „Dieser massive Rückgang zeigt, dass sich das Ökosystem des Südlichen Ozeans in 50 Jahren grundlegend verändert hat. Die Auswirkungen reichen durch das gesamte Nahrungsnetz bis zu Arten wie den Zügelpinguinen.“
„Obwohl Faktoren mitspielen, deuten alle Indizien auf den Klimawandel hin.“
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Die Studie erschien nach dem neuen Antarktis-Rekord von 18,3 °C, der den vorherigen Höchstwert von 17,5 °C aus März 2015 übertrifft.
Louisa Casson, Ozean-Kampagnenleiterin bei Greenpeace, betont: „Pinguine sind ikonisch, doch der Klimawandel dezimiert sie und bedroht die Tierwelt in den entlegensten Regionen.“
Sie fordert: „2020 ist entscheidend für unsere Ozeane. Regierungen müssen bei den UN einen starken Ozeanvertrag abschließen, um Schutzgebiete zu schaffen und Arten beim Anpassen ans veränderte Klima zu unterstützen.“