- Die „biologische Pumpe“ der Ozeane bindet doppelt so viel Kohlendioxid (CO2), wie bisher geschätzt, zeigt eine neue Studie.
- Phytoplankton an der Meeresoberfläche nimmt CO2 auf, wird von Zooplankton gefressen und transportiert so Kohlenstoff tiefer in den Ozean.
- Ohne diese biologische Kohlenstoffpumpe wäre der CO2-Gehalt in der Atmosphäre deutlich höher.
Die biologische Kohlenstoffpumpe (BCP) in den Weltmeeren spielt eine zentrale Rolle im globalen Kohlenstoffkreislauf. Sie bindet doppelt so viel Kohlenstoff, als zuvor angenommen, wie Wissenschaftler der Woods Hole Oceanographic Institution feststellten.
Die BCP trägt maßgeblich zur CO2-Aufnahme und -Speicherung der Ozeane bei: Sie entfernt das Gas aus der Atmosphäre, wandelt es in organische Materie um und verteilt es in tiefere Schichten. Ohne sie wäre die atmosphärische CO2-Konzentration deutlich höher.
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Die Ergebnisse wurden in der renommierten Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht und könnten Klimamodelle revolutionieren.
Einzellige Phytoplankton-Organismen an der Meeresoberfläche nutzen Sonnenlicht für die Photosynthese: Sie binden CO2 und setzen Sauerstoff frei. Stirbt Phytoplankton, fressen es Zooplankton-Arten. Nach ihrem Tod sinkt der kohlenstoffreiche "Meeresschnee" in die Tiefsee – ein Kernprozess der BCP. Die Effizienz hängt von der Tiefe der lichtdurchdringbaren euphotischen Zone ab.

Die Forscher maßen diese Zone mittels Chlorophyll-Fluoreszenzdetektion, die photosynthetisches Phytoplankton in der Wassersäule erkennt.
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Die euphotische Zone variiert weltweit stark. Kombiniert mit früheren BCP-Daten ergab sich: Jährlich sinkt doppelt so viel Kohlenstoff in die Tiefsee wie bisher geschätzt.

Studienleiter Dr. Ken Buesseler, Geochemiker an der Woods Hole Oceanographic Institution, betont: „Wenn Sie dieselben Daten neu betrachten, erhalten Sie eine ganz andere Sicht auf die Rolle des Ozeans bei der Kohlenstoffverarbeitung – und damit bei der Klimaregulation.“
Die Methode verspricht präzisere Klimamodelle für globale Politik. Dr. Buesseler: „Mit neuen Metriken verfeinern wir Prognosen: Steigt oder sinkt der Ozeankohlenstoff? Das prägt unser Weltklima.“