- Experten haben das Alter zweier verstorbener Walhaien ermittelt und bestätigen eine Lebensspanne von bis zu 100 Jahren.
- Ohne knöcherne Otolithen nutzten Forscher radioaktiven Fallout aus dem Kalten Krieg, um Wachstumsringe zu kalibrieren.
- Diese Methode klärte, wie oft sich die Ringe bilden – ein Durchbruch für die Hai-Forschung.
Erstmals haben Wissenschaftler das genaue Alter von Walhaien mit Hilfe von Kohlenstoff-14 aus Atombombentests der 1950er-Jahre bestimmt. Die Ergebnisse, publiziert in der renommierten Frontiers in Marine Science, untermauern die These einer außergewöhnlichen Langlebigkeit dieser gefährdeten Riesen des Meeres.
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Dr. Mark Meekan vom Australian Institute of Marine Science in Perth, Westaustralien, einer der leitenden Autoren, erklärt: „Frühere Modelle deuteten auf bis zu 100 Jahre hin. Trotz Fortschritten in Verhaltens- und Populationsforschung blieben Alter und Langlebigkeit Rätsel. Unsere Studie beweist: Erwachsene Walhaie erreichen ein hohes Alter – ein entscheidendes Puzzleteil für den Artenschutz.“

Walhaie fehlen Otolithen, die bei anderen Fischen das Alter verraten. Stattdessen zählen ihre Wirbelringe wie Jahresringe bei Bäumen – doch bildeten sie sich jährlich oder halbjährlich? Ein internationales Team wandte sich dem radioaktiven Erbe des nuklearen Wettrüstens zu.
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Zwischen 1955 und 1963 verdoppelten Atombombentests die atmosphärische Kohlenstoff-14-Konzentration, die alle Lebewesen aufnahmen. Dieses Isotop dient Archäologen zur Datierung – nun kalibrierten Forscher damit die Ringe zweier Walhai-Exemplare aus Pakistan und Taiwan. Ergebnis: Ein Hai war 50 Jahre alt, und Ringe lagern sich jährlich ab.

Dr. Meekan betont: „Ein Jahrring pro Jahr ist entscheidend. Fehleinschätzungen der Wachstumsraten führen zu gescheiterten Schutzmaßnahmen und Populationskollaps.“