Mehr als jede zehnte Hauskatze zeigt nach einer aktuellen Studie Verhaltensauffälligkeiten, wenn sie vorübergehend von ihren Besitzern getrennt wird. Als Tierverhaltensspezialisten mit jahrelanger Erfahrung in der Katzenforschung bestätigen wir: Trennungsangst ist ein weit verbreitetes Problem bei Hauskatzen.
In unserer Analyse von Katzen mit Trennungsproblemen stellten Forscher fest, dass betroffene Tiere häufiger aus Haushalten stammen, in denen keine oder mehr als eine Frau lebt. Fehlender Zugang zu Spielzeug und das Ausbleiben anderer Haustiere verstärken diese Symptome ebenfalls.
Die Ergebnisse, publiziert in der renommierten Fachzeitschrift PLOS One, basieren auf einer umfassenden Fragebogenumfrage der Bundesuniversität Juiz de Fora in Brasilien mit 223 Katzen aus 130 Haushalten.
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Die Besitzer gaben detaillierte Angaben zu Interaktionen, Verhalten in Abwesenheit und Lebensumfeld. 13,5 Prozent der Katzen wiesen mindestens ein Merkmal von Trennungsproblemen auf – destruktives Verhalten war am häufigsten (20 von 30 Katzen).
Weitere Symptome umfassten exzessive Lautäußerungen (19 Katzen), Urinieren an unpassenden Stellen (18 Katzen), Aggressivität (11 Katzen), Unruhe-Angst (11 Katzen) und unangemessenen Stuhlgang (7 Katzen).

Depressionssymptome wie Energiemangel und Apathie traten bei 16 Katzen auf. Die Autoren betonen: „Trennungsprobleme korrelieren mit vielen Frauen im Haushalt, fehlendem Spielzeug und Abwesenheit anderer Tiere.“
Katzen aus Haushalten mit Besitzern zwischen 18 und 35 Jahren waren besonders gefährdet.
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Die Forscher fordern weitere Studien zur Mensch-Katze-Beziehung und sehen ihren Fragebogen als wertvolles Tool für zukünftige Arbeiten.
„Diese Studie identifiziert Verhaltenssignale und Managementpraktiken bei Trennungsproblemen. Etwa 13 Prozent der Katzen zeigen entsprechende Anzeichen – ein vielversprechender Ansatz für die Forschung.“