Die Erforschung von Flugsauriern, den fliegenden Reptilien vor mehr als 200 Millionen Jahren, könnte laut Paläontologen maßgeblich zur Entwicklung effizienterer Drohnen beitragen.
Experten analysieren Fossilien der größten je geflogenen Tiere und sehen darin Lösungen für zentrale Drohnenherausforderungen wie Luftstabilität und Selbststartfähigkeit.
Dr. Liz Martin-Silverstone, Paläontologin an der University of Bristol und Erstautorin einer Übersicht in der renommierten Trends in Ecology and Evolution, erklärt: „Es gibt viele faszinierende Aspekte im Fossilienbestand, die ungenutzt bleiben, weil Ingenieure selten in die Paläontologie blicken, um Flugideen zu finden.“
„Indem wir uns ausschließlich auf moderne Tiere konzentrieren, übersehen wir einzigartige Morphologien und verpassen potenzielle Innovationen.“
Während Ingenieure bei Drohnen- und Flugzeugentwicklung primär Vögel und Insekten studieren, betont Dr. Martin-Silverstone, dass Flugsaurier-Fossilien wertvolle Einblicke in Flügelanatomie bieten – ideal für fortschrittlichere Fluggeräte.
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Moderne Vögel starten meist ballistisch durch Sprünge, größere Arten brauchen Anläufe. Flugsaurier jedoch konnten trotz bis zu 300 kg Gewicht wohl aus dem Stand abheben – dank starker Flügelmembranen und robuster Muskelansätze.
Die Forscher hypotesieren, dass die besondere Flügelstruktur „einen kraftvollen Sprung aus Ellbogen und Handgelenken“ ermöglichte, um ausreichend Höhe zu gewinnen.

Dr. Martin-Silverstone: „Aktuelle Drohnen benötigen flache Startflächen und sind stark eingeschränkt. Die einzigartige Physiologie der Flugsaurier könnte diese Limitationen lösen.“
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Flugsaurier bieten zudem Erkenntnisse zur Vermeidung von Fluginstabilitäten.
Dr. Martin-Silverstone ergänzt: „Fluganzüge halten oft nicht stand. Verstehen wir die Flugsaurier-Flügelmembran, können wir technische Fragen lösen.“

Außer Flugsaurier hatten auch andere Prähistoriker wie Microraptor (Flügel an Armen und Beinen) oder Yi qi (Federn plus Membran) einzigartige Strukturen.