Neueste Forschungen der University of Exeter belegen: Flamingos bilden langjährige Freundschaften und verhalten sich teilweise wie Ehepaare.
Die Studie zeigt, dass diese Wasservögel trotz großer Schwärme Zeit mit engen Freunden verbringen – ähnlich wie Menschen.
Das Forschungsteam entdeckte zudem, dass Flamingos bestimmte Individuen meiden.
Die Ergebnisse, publiziert in der Fachzeitschrift Behavioral Processes, offenbaren eine hoch differenzierte Sozialstruktur bei diesen ikonischen Vögeln mit ihren hellrosa Federn.
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Dr. Paul Rose von der University of Exeter erklärt: „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Flamingo-Gesellschaften hochkomplex sind.“
„Flamingos gehen – wie Menschen – aus vielfältigen Gründen soziale Bindungen ein. Ihre Langlebigkeit deutet darauf hin, dass diese für das Überleben in der Wildnis entscheidend sind.“
Über fünf Jahre beobachteten die Wissenschaftler im WWT Slimbridge Wetland Centre in Gloucestershire vier Flamingo-Arten: Karibische, Chilenische, Andine und Kleine Flamingos.
Die Herden umfassten Gruppen von etwas über 20 bis mehr als 140 Tieren.
Die Forscher fanden klare Hinweise auf „lang anhaltende Freundschaften statt loser, zufälliger Verbindungen“. Größere Herden wiesen die intensivsten sozialen Interaktionen auf.
Soziale Bindungen reichten von „verheirateten“ Paaren über gleichgeschlechtliche Paarungen bis hin zu Gruppen aus drei oder vier engen Freunden.
Zudem variieren die Interaktionen saisonal: Im Frühling und Sommer, der Brutzeit, bilden sich mehr Bindungen.
Dr. Rose ergänzt: „Flamingos wählen nicht nur einen Partner und bleiben dabei. Einige Paare sind eng verbunden, doch es gibt vielfältige soziale Netzwerke.“
„Wir beobachten männliche oder weibliche Paare, die Zeit miteinander verbringen, sowie Trios und Quartette, die regelmäßig zusammen sind.“

Dr. Rose betont die praktische Relevanz: „Zoos sollten bei Umzügen enge Gruppen nicht trennen, um das Wohl der Vögel zu sichern.“
Analysen zur Gesundheit zeigten keinen Zusammenhang zwischen Sozialleben und körperlichem Zustand. „Geselligkeit ist für Flamingos so essenziell, dass sie sie auch bei Unwohlsein aufrechterhalten“, so Dr. Rose.