Pinguine und andere Meeresraubtiere haben Forschern geholfen, die kritischsten Schutzgebiete der Antarktis zu kartieren. Diese Regionen brauchen dringend Schutz vor Übernutzung inmitten rascher Klimaveränderungen.
Ein internationales Forscherteam hat Tracking-Daten von fünf Pinguinarten und 12 weiteren Meeresraubtieren analysiert, um Gebiete mit der höchsten Beutedichte zu lokalisieren.
Verwendet wurden Daten von Adélie-, Kaiser-, König- und Makkaronipinguinen sowie von zwei Sturmvogelarten, vier Albatrosarten, vier Robbenarten und Buckelwalen.
Die beliebtesten Jagdgründe mehrerer Raubtierarten sind zugleich den stärksten Fischereidruck ausgesetzt und am anfälligsten für veränderte Meereismuster.
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Die Antarktis erholt sich noch von industrieller Robben- und Walfang sowie Hochseefischerei und gilt als eine der am stärksten vom Klimawandel betroffenen Regionen.
Tintenfische und Antarktischer Seehecht werden weiterhin befischt, und es gibt Druck, die Krillfischerei auszudehnen. Krill ist essenziell für Spitzenprädatoren; ein identifiziertes Gebiet im Süd Atlantik stimmt mit hoher Krillkonzentration überein.

Ein weiteres Gebiet im Indischen Ozean überlappt mit Regionen, die von Krill und Myctophidenfischen – einer der vielfältigsten Fischfamilien – dominiert werden.
Veränderte Meereisbedeckungen im Südlichen Ozean bedrohen Brutplätze, Zugang und Verfügbarkeit von Nahrung.
Die Studie basiert auf Daten von 4.060 Individuen der 17 Arten, gesammelt zwischen 1991 und 2016 von über 70 Forschern in 12 nationalen Antarktisprogrammen – insgesamt 2,3 Millionen Tierortungen.
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Das Team schlägt vor, diese ökologisch wertvollen Gebiete in internationale Meeresschutzgebiete aufzunehmen. Derzeit liegen nur 29 Prozent in bestehenden MPAs.
Die Autoren schreiben: „Ein gezieltes Netz von Schutzgebieten kann Klimawandel-Effekte abmildern und Belastungen wie Beifang oder Fischereikonkurrenz reduzieren.“ „Unsere Gebiete sind ideale Schutzkandidaten.“

Die in Nature veröffentlichte Studie leitete das Scientific Committee on Antarctic Research der University of Cambridge, unterstützt vom WWF und dem französischen Centre de Synthèse et d’Analyse sur la Biodiversité.
Rod Downie, Polarexpert beim WWF: „Pinguine stehen an vorderster Front der Klimakrise in Antarktis und umliegendem Ozean.“
„Wir müssen priorisierte Wildtiergebiete kennen, um sie vor Bedrohungen zu schützen.“

Er ergänzt: „Tracking ikonischer Arten hilft, Schutzprioritäten zu setzen. Je mehr Wissen über antarktische Wildlife, desto besser der Schutz.“