Wissenschaftler der australischen Forschungsagentur CSIRO haben eine innovative Methode entwickelt, um Korallenriffen bei der Bekämpfung der verheerenden Bleiche zu helfen. Sie machen die lebenswichtigen Mikroalgen hitzebeständiger.
Der Ansatz, veröffentlicht in der renommierten Zeitschrift Science Advances, zielt darauf ab, den Mikroalgen in den Korallen Gewebe eine höhere Temperaturtoleranz zu verleihen.
Hauptautor Dr. Patrick Buerger vom CSIRO erklärt: „Unser neuartiger Ansatz stärkt die Hitzeresistenz von Korallen durch Manipulation ihrer Mikroalgen, die ein Schlüsselelement für die Hitzetoleranz der Koralle darstellen.“
Die Experten sind überzeugt, dass diese Ergebnisse die Wiederherstellung von Korallenriffen unterstützen können, die „unter Massensterben durch Meereshitzewellen leiden“.

Dr. Buerger betont: „Korallenriffe gehen weltweit zurück. Der Klimawandel hat die Korallenbedeckung reduziert, und überlebende Korallen geraten zunehmend unter Druck, da Wassertemperaturen steigen und Korallenbleichereignisse häufiger und intensiver werden.“
In den vergangenen Jahrzehnten führte der Klimawandel zu höheren Meerestemperaturen. Korallen stoßen daraufhin ihre symbiotischen Algen aus, werden vollständig weiß – ein Prozess, bekannt als Korallenbleiche.
Das Great Barrier Reef in Australien wurde 2016 und 2017 von Sommer-Hitzewellen schwer getroffen und verlor etwa die Hälfte seiner Korallen durch Bleiche.
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Obwohl Hinweise auf eine natürliche Anpassung der Korallen an wärmere Gewässer existieren, warnen Wissenschaftler, dass die Evolution mit dem raschen Klimawandel nicht mithalten kann.
Deshalb testeten die Forscher Wege, die Hitzetoleranz künstlich zu steigern. Sie extrahierten Mikroalgen aus Korallen, züchteten sie im Labor und setzten 10 Stämme vier Jahre lang Temperaturen von rund 31 °C aus. Alle entwickelten eine erhöhte Hitzebeständigkeit.

Die hitzetoleranten Stämme wurden in Korallenlarven injiziert und einer Woche bei 31 °C ausgesetzt. Drei der 10 Stämme schützten die Larven effektiv vor der Bleiche.
Dr. Buerger: „Nach der Wiedereinführung in Korallenlarven war die neue Symbiose hitzetoleranter als die ursprüngliche.“
Professorin Madeleine van Oppen von der University of Melbourne und dem Australian Institute of Marine Science (AIMS) ergänzt: „Die hitzetoleranten Mikroalgen zeigen bessere Photosynthese und verbessern die Hitzereaktion des Korallenwirts. Dies unterstreicht die direkte Kommunikation zwischen Mikroalgen und Koralle.“
Als Nächstes planen die Forscher Tests mit einem breiteren Spektrum an Korallenarten.