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Meeresschildkröten täuschen Raubtiere mit Ködernestern: Uni-Glasgow-Studie enthüllt geniale Schutzstrategie

Bedrohte Meeresschildkrötenarten wie Lederschildkröten und Echte Karettschildkröten bauen gezielt Ködernester, um ihre wertvollen Eier vor Raubtieren zu schützen. Das zeigt eine neue Studie der University of Glasgow.

Weibliche Meeresschildkröten investieren nach dem Ablegen ihrer Eier enorme Mühe darin, die Nistkammern mit Sand abzudecken und das Gelände drumherum zu bearbeiten. Forscher fragten sich, warum sie trotz der damit verbundenen Risiken – wie Angriffe durch Raubtiere oder Erschöpfung – so viel Zeit am Strand verbringen.

Bisher galt dies als Tarnmanöver. Doch die aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass die Schildkröten absichtlich falsche Nester außerhalb des echten Nistplatzes anlegen, um Raubtiere abzulenken.

Professor Malcolm Kennedy, Naturgeschichte-Experte an der University of Glasgow, erklärt: „Unsere Beobachtungen beleuchten das Nistverhalten dieser Arten neu. Wir haben die Bewegungen von Karett- und Lederschildkröten in der finalen Sandstreuphase detailliert verfolgt. Die Ergebnisse belegen überzeugend, dass sie Ködernester schaffen, um die Entdeckung ihrer Eier zu minimieren.“

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"Das erklärt, warum die Weibchen trotz der Gefahren am Strand bleiben und die Sicherheit ihrer Eier priorisieren“, ergänzt Professor Kennedy. „Sie widmen dieser Phase mehr Zeit als jedem anderen Schritt des aufwendigen Nistprozesses. Bemerkenswert: Beide Arten, die vor über 100 Millionen Jahren einen gemeinsamen Vorfahren hatten – zu Zeiten der Dinosaurier –, zeigen identisches Verhalten. Es muss für den Schutz ihrer Nachkommen essenziell sein, die sie als Eier zurücklassen und nie wiedersehen.“

Die siebjährige Feldstudie unter Leitung von Professor Kennedy und Tom Burns umfasste Expeditionen der University of Glasgow Exploration Society nach Trinidad und Tobago. Studierende und Forscher dokumentierten nächtelang die Aktivitäten an entlegenen Brutstränden.

Die Ergebnisse erscheinen im renommierten Fachblatt Royal Society Open Science.