Ein hochauflösender 3D-Referenzatlas des Mausgehirns ermöglicht Neurowissenschaftlern, bis auf die Ebene einzelner Zellen zu zoomen. Diese präzise Kartierung vertieft unser Verständnis der Gehirnfunktion und hilft, Störungen zu entschlüsseln.
Der Atlas, "Allen Mouse Brain Common Coordinate Framework" (CCFv3), wurde vom renommierten Allen Institute for Brain Science in Seattle, USA, entwickelt.

Basierend auf Scans von 1.675 Mäusen nutzt die Methode der seriellem Zwei-Photonen-Tomographie: Ein Laser regt das Gehirngewebe zur Fluoreszenz an und erfasst so detaillierte Bilder.
Jeder Punkt im 3D-Raster ist der zugehörigen Gehirnstruktur zugeordnet. Die Experten haben über 800 Strukturen markiert – darunter mehrere, die in früheren Mausgehirnatlanten fehlten.
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Gehirnatlanten sind unverzichtbar für die Erforschung von Erkrankungen. Dieser Atlas erlaubt präzise Volumenvergleiche von Strukturen in gesunden und kranken Mausgehirnen.
Die Erkenntnisse könnten auf den Menschen übertragbar sein: Mäuse dienen als Modell, da rund 90 Prozent der krankheitsrelevanten Gene menschliche Entsprechungen haben.

"Wir hoffen, dass die neurowissenschaftliche Community diesen Atlas als neuen Standard nutzt", betont Dr. Lydia Ng, Mitautorin der Studie.
"Durch offene Zugänglichkeit lassen sich neue Daten nahtlos integrieren, vergleichen und anpassen, wenn unser Wissen über die Gehirnstruktur wächst."