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Allosaurus als Kannibale: Bissspuren belegen Kannibalismus bei Dinosauriern der späten Jurazeit

Forscher vermuten, dass fleischfressende Dinosaurier vor rund 150 Millionen Jahren bei Nahrungsknappheit zu Kannibalismus griffen.

Eine aktuelle Studie aus der Plos One zeigt: Räuber wie der Allosaurus aus der späten Jurazeit verhielten sich oft wie Aasfresser, wenn sie Artgenossen fraßen.

Die Analyse von über 2.000 Knochenfragmenten aus dem Mygatt-Moore-Steinbruch in West-Colorado – einer der reichhaltigsten Fundstätten für Dinosaurierfossilien – lieferte klare Hinweise.

Ein Team unter Leitung von Dr. Stephanie Drumheller von der University of Tennessee untersuchte Zahnspuren auf den Fossilien. Diese bieten „exzellente Belege für prähistorische Ernährungsgewohnheiten“, betonen die Experten.

An 684 Knochen fanden sich Bissspuren eines Theropoden, höchstwahrscheinlich eines Allosaurus.

Die Spuren umfassen Einstiche, Kerben, Furchen, Gruben und Streifen.

Meist stammten sie von pflanzenfressenden Reptilienknochen.

Allosaurus als Kannibale: Bissspuren belegen Kannibalismus bei Dinosauriern der späten Jurazeit

Dennoch zeigten 17 Prozent der Bisse Reste anderer Theropoden.

Etwa die Hälfte zielte auf wenig nährstoffreiche Körperteile – typisch für Aasfresser in einem gestressten Ökosystem.

Obwohl Kannibalismus bei Dinosauriern schon bekannt ist, belegt diese Studie erstmals denselben beim Allosaurus.

Dr. Drumheller erklärt: „Große Theropoden wie Allosaurus waren keine Feinschmecker, besonders bei Ressourcenmangel. Plündern und Kannibalismus standen definitiv auf dem Speiseplan.“