Spinnen produzieren verschiedene Seidenarten mit einzigartigen Eigenschaften. Für die stabilen Speichen ihrer Netze nutzen sie die besonders robuste Schleppleinseide.
In einer kürzlich im Journal of Applied Physics veröffentlichten Studie haben Experten der Tamkang University und der National Yang-Ming University in Taiwan diese Seide zu Biolinsen verarbeitet. Kombiniert mit Lasern ermöglichen sie hochauflösende Aufnahmen im Inneren des menschlichen Körpers.
„Schleppleinseide fasziniert durch ihre außergewöhnlichen Eigenschaften wie hohe Elastizität, Zähigkeit und Zugfestigkeit“, erklärt Prof. Cheng-Yang Liu, Mitautor der Studie und Forscher an der National Yang-Ming University.
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„Im Vergleich zum Gewicht ist ihre Festigkeit größer als die von Stahl.“
Das Team gewann glatte, gleichmäßige Schleppleinseide von Pholcus phalangioides, den langbeinigen Kellerspinnen. Sie träufelten spezielles Harz auf die Faser und härteten es mit UV-Licht.
Beim Kondensieren des Harzes bildete sich natürlich eine präzise Kuppelform – ideal als optische Linse.
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Mit einem Laser erzeugte die Linse einen photonischen Nanojet: Einen fokussierten Strahl für großflächige, hochauflösende Bildgebung in biomedizinischen Anwendungen.
Durch Anpassung der Harzbelastungszeit variierten die Forscher die Kuppelgröße und passten den Nanojet optimal für Gewebebilder an.