Aus anatomischer Sicht unterscheiden sich Vögel und Reptilien stark von uns Menschen, doch ihre Tränen weisen faszinierende Parallelen zu unseren auf.
Tränen bestehen nicht nur aus Wasser, sondern enthalten Natrium, Kalzium, Harnstoff, Chlorid und Proteine. Sie schützen die Augen und sind bei wenigen Säugetierarten untersucht worden.

Ein Team unter Leitung von Prof. Arianne Oriá von der Bundesuniversität Bahia in Brasilien analysierte Tränen von Aras, Eulen, Falken, Papageien, Kaimanen, Schildkröten und Meeresschildkröten. "Obwohl Vögel und Reptilien unterschiedliche Tränendrüsen haben, ähneln die Bestandteile in Konzentration und Zusammensetzung oft den menschlichen Tränen", erklärt Oriá.
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Die Tränen enthielten ähnliche Elektrolytmengen wie menschliche, doch Eulen- und Meeresschildkrötentränen wiesen höhere Harnstoff- und Proteingehalte auf. Nach dem Trocknen untersuchten die Forscher die Kristallmuster, die auf Augenkrankheiten hinweisen können. Trotz ähnlicher Zusammensetzung zeigten die Kristalle hohe Vielfalt.

Besonders einzigartig waren Kaiman- und Meeresschildkrötentränen – eine Anpassung an aquatische Lebensräume, um die Augen zu schützen.
Weitere Studien könnten unser Verständnis von Tränenvariationen vertiefen und zu besseren Therapien für Tiere und Menschen führen.
"Dieses Wissen unterstützt Evolution, Anpassung und Artenerhaltung", betont Oriá.