Viele Haustierbesitzer kennen das Problem: Katzen und Hunde, die sich nicht ausstehen können. Doch Forscher der University of Lincoln haben eine Lösung gefunden, die Konflikte in der Vergangenheit belassen könnte.
Tierverhaltensspezialisten der University of Lincoln haben herausgefunden, dass beruhigende Pheromone im Haushalt der Schlüssel zu einem friedlichen Zusammenleben von Hunden und Katzen sein könnten.
Pheromone sind chemische Substanzen, die Tiere in geringen Mengen absondern, um zu kommunizieren. Die Studie unter Leitung von Professor Daniel Mills und Dr. Miriam Prior untersuchte die Wirkung zweier Pheromonprodukte auf die Interaktionen zwischen Hunden und Katzen.
Die Ergebnisse, publiziert in Frontiers In Veterinary Science, belegen, dass beide Produkte – Feliway Friends für Katzen und Adaptil für Hunde – die Beziehungen zwischen Tieren im selben Haushalt positiv beeinflussten.
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Innerhalb von sechs Wochen sank die Häufigkeit unerwünschter Interaktionen signifikant, wenn eines der Produkte eingesetzt wurde. Dazu zählen Jagdverhalten des Hundes, Verstecken der Katze, Starren oder Bellen.
Prof. Mills, Professor für Veterinärverhaltensmedizin an der University of Lincoln, erklärt: „Obwohl Spannungen zwischen Katzen und Hunden bekannt sind, ist dies die erste Studie, die Pheromonprodukte zur Verbesserung ihrer Beziehung untersucht, wenn sie zusammenleben.“
„Sieben Prozent der UK-Haushalte haben beide Tierarten – eine große Zahl potenziell gestresster Tiere und Besitzer.“
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Er ergänzt: „Viele Tiere vertragen sich gut, doch bei Problemen kann das Wohlergehen leiden – durch Stress, eingeschränkten Zugang zu Ressourcen oder Verletzungsrisiken.“
Teilnehmer protokollierten wöchentlich 10 unerwünschte und 7 erwünschte Interaktionen. Sie wurden zufällig auf Feliway Friends oder Adaptil verteilt – eine doppelblind designte Studie.
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Dr. Prior, Tierärztin und Postgraduiertenstudentin in Lincoln, sagt: „Wir wollen die Effekte weiter erforschen, auch in Kombination. Adaptil könnte wirken, indem entspannte Hunde Katzen weniger stören.“
Von 36 Teilnehmern schlossen 34 ab. Bei Adaptil-Gruppe (17): 8 (47 %) mit >50 % Reduktion unerwünschten Verhaltens; bei Feliway (17): 5 (29 %). Insgesamt 71 % mit ≥30 % Verbesserung.