Mehr als 400 Wirbeltierarten – darunter Vögel, Fische, Amphibien, Reptilien und Säugetiere – könnten sich mit dem SARS-CoV-2-Virus infizieren, das COVID-19 auslöst. Diese Erkenntnis stammt aus einer umfassenden Studie von Forschern der University of California, Davis.
Das Team analysierte Genome und verglich den zentralen Rezeptor ACE2 (Angiotensin-Converting-Enzym-2), der beim Menschen SARS-CoV-2-Zellenzugang ermöglicht, bei 410 Wirbeltierarten. ACE2 findet sich in Zellen der Nase, des Mundes und der Lunge.
Beim Menschen sind 25 Aminosäuren in ACE2 für die Virusbindung entscheidend. Die Forscher prüften Ähnlichkeiten bei Tieren.
"Arten, bei denen alle 25 Aminosäurereste mit dem menschlichen Protein identisch sind, weisen das höchste Infektionsrisiko über ACE2 auf", erklärt Postdoktorandin Joana Damas. "Je stärker die Abweichungen, desto geringer das Risiko."
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Rund 40 Prozent der potenziell anfälligen Arten gelten laut International Union for Conservation of Nature (IUCN) als bedroht und sind besonders vulnerabel für Übertragungen von Mensch zu Tier.
Dazu zählen gefährdete Primaten wie der Westliche Flachlandgorilla, der Sumatra-Orang-Utan und der Nördliche Weißwangengibbon mit hohem prognostiziertem Infektionsrisiko.
Weitere Hochrisiko-Arten: Meeressäuger wie Grauwale und Große Tümmler sowie Chinesische Hamster. Bei Katzen, Rindern und Schafen mittleres Risiko; bei Hunden, Pferden und Schweinen geringes Risiko.
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"Diese Daten bilden eine solide Basis, um gefährdete Tierpopulationen zu identifizieren und Infektionsrisiken zu managen", betont Hauptautor Prof. Harris Lewin. "Sie sollen Praktiken fördern, die Mensch und Tier in der Pandemie schützen."
Die Prognosen basieren auf Modellrechnungen; reale Risiken müssen experimentell validiert werden. Dennoch unterstützen die Ergebnisse die Suche nach Ursprungswirten in der Wildnis und Maßnahmen gegen zukünftige Ausbrüche.